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Kultur Ovationen für Musik des Leidens
Nachrichten Kultur Ovationen für Musik des Leidens
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00:00 15.03.2016

„Stabat mater dolorosa“, lautet der erste Vers einer mittelalterlichen Marienhymne, „es stand die Mutter schmerzensreich“, nämlich beim Kreuz, an dem ihr Sohn Jesus gestorben war. Eine der beliebtesten Vertonungen ist die von Antonín Dvorák (1880), die am Sonnabend als vorösterliche Passionsmusik in der Schweriner Paulskirche aufgeführt wurde.

Ulrich Barthel (37), der Chordirektor des Schweriner Theaters, dessen Person im Theaterbetrieb meist im Hintergrund bleibt, schuf damit eine Gelegenheit, seine überzeugende Arbeit und die seiner Mitstreiter in das Licht der Öffentlichkeit zu rücken; in einem ungewöhnlichen deutsch-dänischen Projekt mit „seinen“ leistungsstarken Chören, dem Opernchor und dem Laienchor der Schweriner Singakademie, und dem extra dazu eingeladenen Arhus Amatørsymfoniorkester, keine Laien, sondern eben Amateure, erfahrene Musiker, die die Musik nur nicht als Profession betreiben. Hier konnte Barthel dirigieren, was er sonst meist nur einstudiert.

Er erwies sich dabei als großräumiger Gestalter, der die unterschiedlichen Klangkörper in einer geschickten Aufstellung — das großbesetzte Orchester im Altarraum, links und rechts in den Querschiffen der riesenhafte Chor — sorgfältig zu einem stimmungsvollen Klangbild ausbalancierte, assistiert von den Solisten Márta Kosztolány (Sopran) und Sebastian Koggel (Bass) aus dem Schweriner Opernensemble, die beide druckvolle Theatralik stilgetreu vermieden, vom oratorienerfahrenen Tenor Hannes Böhm und von der jungen Altistin Maria Lichtermann, die nicht nur auf die geschmeidige melodische Linie, sondern auch auf charakteristischen Ausdruck setzte.

So gelang es, die Substanz dieser bewegenden persönlichen Bekenntnismusik zu entfalten, ihre betörende Art, das Leiden zu veredeln, indem sie es mit dem Zauber der schönen Melodie überglänzte. Und so geschah die Merkwürdigkeit, dass diese schmerzensreiche Leidensmusik Standing Ovations erhielt.

OZ

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