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Pinakothek der Moderne - „Schaustelle“ neben Baustelle

München Pinakothek der Moderne - „Schaustelle“ neben Baustelle

Mauerrisse als Chance: Die sanierungsbedürftige Pinakothek der Moderne in München nutzt die mehrmonatige Schließung für ein ungewöhnliches Kunstprojekt. In einem Pavillon direkt neben dem Haupthaus planen die vier Sammlungen des Museums - Architektur, Kunst, Design und Grafik - gemeinsame Aktionen.

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Blick auf die temporäre «Schaustelle» der Pinakothek der Moderne in München. Foto: Rainer Viertlböck/ Pinakothek der Moderne

München. Während die wertvollen Werke des Museums während der Bauarbeiten im Depot schlummern oder auf Wanderschaft gehen, sollen vom 13. April an in der „Schaustelle“ im Pavillon Ausstellungen, Performances, Happenings, Filmvorführungen und andere Projekte stattfinden. Eintritt frei, zumindest meistens.

Bernhart Schwenk, Konservator für Gegenwartskunst, spricht von einer wichtigen Zeit der Impulse, auch für die Zukunft: „Wir sind so froh, dass wir das einmal ganz anders denken dürfen“, schwärmte er am Dienstag in München. „Diese Zeit ist notwendig, um uns aufzurütteln.“

Seit dieser Woche ist das Haus geschlossen, die Objekte werden in den kommenden Wochen verpackt und weggebracht. Den Freistaat Bayern kommt dieses unverhoffte Experiment nicht ganz billig. 750 000 Euro kostet es, die Risse im Mauerwerk der erst zehn Jahre alten Pinakothek zu sanieren - nach bisherigen Schätzungen. Weitere 250 000 Euro blättert die Staatsregierung für den Pavillon des Berliner Architekten Jürgen Mayer H. hin, der ebenfalls 750 000 Euro kostet.

Über einem schlichten, gut 265 Quadratmeter großen Container schwingt sich ein verschachteltes Stahlskelett in den Himmel - errichtet aus Baugerüsten und durchscheinenden Polycarbonatplatten. Wer die Stahltreppen erklimmt, kann von einer Plattform in 17 Metern Höhe über das gesamte Kunstareal und darüber hinaus blicken. Eigentlich wollte Mayer H. den Bau in Berlin errichten - als Kunsthalle, die dann aber doch nicht gebaut wurde.

Allzu viel planen wollen die Museumsdirektoren nicht. Vieles in der „Schaustelle“ soll spontan entstehen. Ein Novum für die Münchner im sonst langfristig durchgeplanten weltweiten Ausstellungszirkus. Sieben Ausstellungen mussten wegen der Bauarbeiten bereits abgesagt werden, sagte der Direktor der Neuen Sammlung, Florian Hufnagl. Deshalb sei die „Schaustelle“ sehr wichtig. „Das gibt uns die Chance, sichtbar zu bleiben.“

Was der Koordinatorin Corinne Rose vorschwebt, ist spannend, zumal sie eine große Bandbreite künstlerischer Ausdrucksformen einbinden will: Kunst, Architektur, Schauspiel und Tanz ebenso wie Film oder Musik.

Die Staatliche Graphische Sammlung kündigte Apps an, in denen sie eine Auswahl ihre Neuerwerbungen präsentiert. Rund um den Pavillon sollen Hütten entstehen, provisorische Räume, um die man sich bewerben und die man selbst gestalten kann. An den Außenwänden soll sich Hopfen empor ranken.

Im Pavillon selbst sollen im Rahmen einer Performance Schauspieler einziehen und dort eine Zeit lang leben. Von Dauer soll das alles jedoch nicht sein. Die Hütten werden abgerissen und zu Brennholz zerhackt, die Schauspieler ziehen aus. Und der Hopfen? „Da wollen wir Bier am Ende brauen“, erzählt Rose.

dpa

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