Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Kultur Plädoyer für anspruchsvolle Unterhaltung
Nachrichten Kultur Plädoyer für anspruchsvolle Unterhaltung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:01 10.10.2016
Katarzyna Rabczuk (Hannah), Alexandru Constantinescu (Zweiter Fremder) in „Der Vetter aus Dingsda“ in Stralsund Quelle: Vincent Leifer

Totgesagte leben länger! Das gilt wohl auch für die Kunstform „Operette“, die mit einigen Paradebeispielen die Gratwanderung zwischen Unterhaltungs- und Kunstanspruch bestanden hat. Am Theater Vorpommern ist das mit Eduard Künnekes „Der Vetter aus Dingsda“ zu besichtigen: Kay Link hat es spielerisch flott inszeniert, Marlit Mosler auf praktisch eingerichteter Bühne mit passender Kostümierung ansprechend ausgestattet. Florian Csizmandia sorgt mit spielfreudigen Philharmonikern für eine Musik, die als qualitativ hochwertig dem Stück von jeher als existenzsichernd gilt.

Die Geschichte von einem Mädchen, das Liebes-Traumbildern nachhängt, sich dann spontan für die Realität entscheidet und mit turbulenten familiären Nebenwirkungen zu kämpfen hat, ist blass. Sie bietet aber mit konfrontierenden Konstellationen, spannungsreich stringenten Abläufen und dissonanter Personencharakteristik Raum für bühnenwirksam unterhaltendes, situationskomisch ergiebiges Agieren. Den hat man genutzt, um das Profil der Protagonisten wirkungssicher zu schärfen, sie unverkrampft etwas „heutiger“ erscheinen zu lassen und dem Geschehen eine leichte Ironie zu verleihen. Das passt zu einer Musik, die glänzend instrumentiert ist, sich auf leichtfüßig parlierende Ensemble fokussiert, aber auch souverän den einfallsreich gefühlvollen, „seriösen“ Schmelz liedhaft-arioser Sangeskunst beherrscht. Was am Stralsunder Premierenabend sängerisch uneingeschränkt zu beweisen war. Dies mit Jardena Flückiger (Julia) und Katarzyna Rabczuk (Hannah) als selbstbewusst lebhafte, „moderne“

Jugendliche, dem habgierig polternden, freßsüchtig trinkfesten Mündelehepaar Kuhbrot (Thomas Rettensteiner, Doris Hädrich-Eichhorn) und drei liebessehnsüchtigen Herren: Egon (Johannes Richter), August (Raphael Pauß) und Roderich (Alexandru Constantinescu). Ende gut, alles gut! Operette eben. Attraktiv anzuschauen, lohnend anzuhören!

Ekkehard Ochs

Lust auf Theater? Die Gemeinde Neuburg-Steinhausen feiert 2019 ihr 800-jähriges Bestehen. Das große Ziel für das Jubiläumsjahr ist es, mit den Einwohnern ein großes Theaterstück aufzuführen.

10.10.2016

Ehemalige Schüler und Lehrer der Goethe-Schule nutzten den 65. Geburtstag, um viele Erinnerungen auszutauschen.

10.10.2016

300 Zuhörern erlebten am Samstag das Konzert der Magnus Öström Group „A Tribute to Esbjörn Svensson“ in der Ahlbecker Lokhalle

10.10.2016
Anzeige