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Plädoyer für anspruchsvolle Unterhaltung

Stralsund Plädoyer für anspruchsvolle Unterhaltung

Totgesagte leben länger! Das gilt wohl auch für die Kunstform „Operette“, die mit einigen Paradebeispielen die Gratwanderung zwischen Unterhaltungs- und Kunstanspruch bestanden hat.

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Katarzyna Rabczuk (Hannah), Alexandru Constantinescu (Zweiter Fremder) in „Der Vetter aus Dingsda“ in Stralsund

Quelle: Vincent Leifer

Stralsund. Totgesagte leben länger! Das gilt wohl auch für die Kunstform „Operette“, die mit einigen Paradebeispielen die Gratwanderung zwischen Unterhaltungs- und Kunstanspruch bestanden hat. Am Theater Vorpommern ist das mit Eduard Künnekes „Der Vetter aus Dingsda“ zu besichtigen: Kay Link hat es spielerisch flott inszeniert, Marlit Mosler auf praktisch eingerichteter Bühne mit passender Kostümierung ansprechend ausgestattet. Florian Csizmandia sorgt mit spielfreudigen Philharmonikern für eine Musik, die als qualitativ hochwertig dem Stück von jeher als existenzsichernd gilt.

Die Geschichte von einem Mädchen, das Liebes-Traumbildern nachhängt, sich dann spontan für die Realität entscheidet und mit turbulenten familiären Nebenwirkungen zu kämpfen hat, ist blass. Sie bietet aber mit konfrontierenden Konstellationen, spannungsreich stringenten Abläufen und dissonanter Personencharakteristik Raum für bühnenwirksam unterhaltendes, situationskomisch ergiebiges Agieren. Den hat man genutzt, um das Profil der Protagonisten wirkungssicher zu schärfen, sie unverkrampft etwas „heutiger“ erscheinen zu lassen und dem Geschehen eine leichte Ironie zu verleihen. Das passt zu einer Musik, die glänzend instrumentiert ist, sich auf leichtfüßig parlierende Ensemble fokussiert, aber auch souverän den einfallsreich gefühlvollen, „seriösen“ Schmelz liedhaft-arioser Sangeskunst beherrscht. Was am Stralsunder Premierenabend sängerisch uneingeschränkt zu beweisen war. Dies mit Jardena Flückiger (Julia) und Katarzyna Rabczuk (Hannah) als selbstbewusst lebhafte, „moderne“

Jugendliche, dem habgierig polternden, freßsüchtig trinkfesten Mündelehepaar Kuhbrot (Thomas Rettensteiner, Doris Hädrich-Eichhorn) und drei liebessehnsüchtigen Herren: Egon (Johannes Richter), August (Raphael Pauß) und Roderich (Alexandru Constantinescu). Ende gut, alles gut! Operette eben. Attraktiv anzuschauen, lohnend anzuhören!

Ekkehard Ochs

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