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Plattdeutsch verbindet die Menschen im Nordosten

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In MV reden wieder mehr Menschen Niederdeutsch / Vor allem Kinder in Kitas und Schulen lernen die Regionalsprache / Künftig sollen auch Altenpfleger Platt sprechen

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Jürgen Wittmüß, Vorsitzender des Plattdütsch-Vereins „Klönsnack-Rostocker 7“. Fotos (2): Frank Söllner

Rostock. Plattsnacker aufgepasst: Unter dem Motto „Plattdütsch läwt“ werden alle Freunde der Regionalsprache zum 20. Rostocker Plattdeutsch Tag eingeladen. Am 5. November geht von 10 bis 15 Uhr im Saal des Medienhauses der OSTSEE-ZEITUNG ein buntes Programm über die Bühne (siehe Kasten). Die OZ sprach mit Jürgen Wittmüß, Vorsitzender des Plattdütsch- Vereins „Klönsnack-Rostocker 7“, und seiner Stellvertreterin Sigrid Malewschik über Plattdeutsch in MV, Nachwuchs-Plattsnacker und Forderungen an die Landespolitik.

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In MV reden wieder mehr Menschen Niederdeutsch / Vor allem Kinder in Kitas und Schulen lernen die Regionalsprache / Künftig sollen auch Altenpfleger Platt sprechen

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In Mecklenburg-Vorpommern sprechen aktuellen Studien zufolge immer mehr Menschen aktiv Platt. merken Sie das auch in Ihrer Vereinsarbeit?

Jürgen Wittmüß: Da können wir mitgehen. Wenn ich Platt spreche, werde ich sofort angesprochen: Schön, dass Sie diese Sprache erhalten.

Sigrid Malewschik: Wir unternehmen ja auch große Anstrengungen, um gerade den Nachwuchs fürs Plattdeutsche zu interessieren. Vor allem in Schulen und Kitas gelingt uns das sehr gut. Und dabei erreichen wir über die Kinder auch ihre Eltern und Großeltern. Die werden dann wieder mit dem Plattdeutschen konfrontiert, das sie vielleicht als Kinder gesprochen haben. Viele verbinden damit eine sehr angenehme Erinnerung.

Plattdeutsch verbindet also?

Wittmüß: Ich wurde einmal gefragt, was ich mit dem Plattdeutschen verbinden würde. Ich sage: Mit der Sprache entsteht sofort eine gewisse Gemeinsamkeit zwischen den Plattsnackern. Wenn man Leute auf dem Land auf Platt anspricht, dann ist jede Distanz sofort weg.

Dann ist rund ums Platt alles in Ordnung in MV?

Wittmüß: Nein, ganz so ist es nicht. Plattdeutsch auf dem Lande wird noch viel gesprochen, hier in der Stadt aber eigentlich weniger. Da müssen wir ansetzen, um Leute fürs Platt zu gewinnen.

Vor allem durch öffentliche Veranstaltungen. Wenn da Oma und Opa vorbeikommen, dann kommen vielleicht auch mal die Kinder und Enkel mit. Plattdeutsch in Familie also.

Ist es schwierig, Menschen zum Plattsprechen zu animieren?

Malewschik: Wir ermuntern sie, auch wenn es nicht gleich klappt mit dem Gespräch. Das ist nicht schlimm, sage ich dann immer. Plattdeutsch erlernt man genauso wie jede andere Sprache durchs Sprechen. Und wenn man bestimmte Wörter nicht kennt, dann einfach hochdeutsch weitersprechen.

Sie finden Ihre kleinen Plattsnacker in Kitas und Schulen. Wie läuft die Zusammenarbeit in Rostock und darüberhinaus?

Wittmüß: Wir haben Kontakt zu mehr als zehn Kitas und zu fünf Grundschulen. Für diese Kinder können wir Plattdeutschunterricht anbieten. Ab der vierten, fünften Klasse haben wir jedoch einfach nicht mehr das Personal dafür. Unsere Leute sind ja fast alle im gesetzten Alter.

Muss die Landespolitik, sprich das Bildungsministerium, das Plattdeutsche mehr fördern?

Wittmüß: Wir haben nur den Wunsch, dass das von Ex-Bildungsminister Mathias Brodkorb aufgelegte Heimat-Programm weiter geführt wird. Damit wären wir einen Riesenschritt weiter. In dem Heimat-Programm steht auch, dass Ganztagsschulen ein finanzieller Rahmen geboten wird, damit sie interessierte Kinder in Arbeitsgruppen sammeln und dort in Plattdeutsch unterrichten können.

Malewschik: Ganz toll ist auch, dass Altenpfleger zukünftig Plattdeutsch lernen können. Wenn sie Ältere auf Platt ansprechen, dann sind die doch gleich sehr viel aufnahmebereiter. Die Altenpfleger kommen besser ins Gespräch, sie wecken Erinnerungen bei den Leuten. Platt war ja lange Zeit die Sprache, in der sich die Menschen hierzulande unterhalten haben.

Niederdeutsch-Jubiläumstag im OZ-Medienhaus

Zum 20. Rostocker Plattdeutsch Tag laden Plattdütsch-Verein „Klönsnack- Rostocker 7“, „Bund niederdeutscher Autoren für MV und Uckermark“ und OSTSEE-ZEITUNG am 5. November von 10 bis 15 Uhr ein. Im Saal des Medienhauses der OZ treten zwei Kita- Gruppen aus Rostock und weitere Folklore- und Plattdütschgruppen auf. Niederdeutsch-Autoren, wie Jürgen Rogge, Behrend Böckmann und Heidelinde Wulff, lesen aus ihren Werken. Und: Ein Vortrag mit Diashow zeigt „20 Jahre Rostocker Plattdütsch Dag“ auf.

Bernhard Schmidtbauer

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