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Kultur Plattpremiere in Schwerin: Der Opa als Luxusartikel
Nachrichten Kultur Plattpremiere in Schwerin: Der Opa als Luxusartikel
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00:00 02.06.2016

Die Niederdeutsche Fritz-Reuter-Bühne am Mecklenburgischen Statstheater Schwerin kann auf eine erfolgreiche Spielzeit zurückblicken: Mit dem musikalischen Lustspiel „Der Vetter aus Dingsda“ gab es eine aufwendige Produktion für das Große Haus, das Drama „Mudder Mews“ wurde vom sonst eher auf Komödie ausgerichteten Publikum sehr gut aufgenommen, vom Weihnachtsprogramm gibt es einen Mitschnitt, der als CD erscheinen wird.

Zum Ende der Saison setzt man bei der Reuter-Bühne wieder auf das „Kern-Geschäft“ und spielt Komödie: Am Dienstagabend hatte im Großen Haus des Schweriner Theaters einer der Klassiker des plattdeutschen Theaters Premiere: „Opa ward verköfft“ von Franz Streicher.

Der Plot des Schwanks ist eigentlich simpel: Der reiche Bauer Fiesebarg (Christoph Reiche) erfährt, dass der kurz vor der Pleite stehende Bauer Kulenkamp (Andreas Auer) einen – zwangsweise mitgeheirateten – Großvater (Klaus Engeroff) hat, der zwei Häuser besitzt. Die Familie des Großvaters hat keine Ahnung von diesem Vermögen, und so kommt der hinterhältige Fiesebarg auf die Idee, den Großvater zu „kaufen“, um so an das Erbe zu kommen. Opa, der gern Blödsinn macht, aber alles andere als blöd ist, lässt sich auf den Handel ein und verkauft sich für 1000 Mark, denn „ein Opa ist ein Luxusartikel“. Er kommandiert Fiesebarg und dessen Frau Hanni (Kerstin Westphal) durch die Gegend, sorgt dafür, dass sein Enkel Schorsch (Jens Tramsen) und Fiesebargs Tochter Eva (Tina Landgraf) allen Widrigkeiten und Widerständen zum Trotz ein Paar werden – und zum glücklichen Ende die Bösen vielleicht doch nicht nur böse und die Guten – na ja, fast wie im richtigen Leben.

Rolf Petersen, Direktor der Reuter-Bühne, inszeniert die Komödie ohne Firlefanz, sortiert die Handlungsstränge so, dass man dem mitunter etwas konfusen Inhalt problemlos folgen kann. Getragen wird dieses Konzept auch vom angenehm einfach-klaren Bühnenbild (Michael Goden) und den unaufdringlich charakterisierenden Kostümen (Giselher Pilz). „Opa ward verköfft“ ist kein Stück voll vordergründiger Philosophie oder moralisierender Gleichnisse, es ist ein Schwank. Der in Schwerins Inszenierung von allen Akteuren mit Witz und Charme auf die Bühne gebracht und vom Publikum mit viel Applaus bedacht wurde.

Nächste Vorstellungen: 5. Juni,

18 Uhr im Schweriner E-Werk, am

18. Juni, 20 Uhr im Theater Putbus

Karin Gustmann

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