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00:00 27.03.2014
45 internationale Künstler sind pro Jahr im Künstlerhaus Schloss Plüschow bei Grevesmühlen zu Gast. Quelle: Anne Kubik
Berlin

Gutshöfe, Schlösser und Villen am Meer: Mecklenburg-Vorpommerns Künstlerhäuser sind in zauberhafte Landschaften eingebettet und bieten Kunstschaffenden Rückzugsmöglichkeiten. Die kreativen Refugien erfreuen sich mit ihren Stipendienprogrammen bei Künstlern aus aller Welt wachsender Beliebtheit. Eines der ältesten Künstlerhäuser Deutschlands ist das Künstlerhaus Lukas in Ahrenshoop. Es feiert in diesem Jahr 120-jähriges Bestehen und richtet das Festival „Zuflucht — von der Sehnsucht des Paradieses“ aus: in Ahrenshoop, Nachbarorten, Berlin und ausgewählten Häusern Nordeuropas.

Als Malschule gegründet, sei es in Ahrenshoop von Beginn an um die reformerische „Verbindung von Kunst und Leben“ gegangen, sagt die Leiterin des Künstlerhauses, Gerlinde Creutzburg. 50 bis 70 Arbeitsstipendien würden jährlich vergeben. Verbindungen bestünden zu Skandinavien und dem Baltikum. Eine Besonderheit in Ahrenshoop sind einmonatige Aufenthalte, also eine Art Frischzellenkur für Kreative. Die Autorin Judith Zander war im Winter Stipendiatin in Ahrenshoop. Sie habe gedacht, der Ort sei nicht weit von Berlin entfernt, sich dann aber in einer ganz anderen Welt wiedergefunden, sagt sie. Als „Anderland“ und „pommersches Arkadien“ bezeichnet sie den Ort. Von dort jemals wieder aufzubrechen, sei nach Tagen „nicht mehr vorstellbar“ gewesen.

Auch Judith Schalansky schrieb in der „splendid isolation“ des Künstlerhauses Teile ihres Romans „Der Hals der Giraffe“. Ingo Schulze, Bachmann-Preisträgerin Katja Petrowskaja oder zu DDR-Zeiten Heiner Müller suchten in Ahrenshoop Muße. Ein Stipendium von monatlich 1000 Euro sei eine „großartige Sache“, sagt Creutzburg, und doch käme für Künstler nur ein Stundenlohn von 6,25 Euro heraus.

Nicht einmal 100 Einwohner hat das bei Grevesmühlen gelegene Plüschow. Das dortige Künstlerhaus ist Austragungsstätte des „Zuflucht“-Festivals. 45 Künstler seien jährlich zu Gast, sagt Leiter Udo Rathke. Ein Austauschprogramm beziehe Künstler aus den USA, Frankreich, Österreich und Südkorea ein. Die Zahl internationaler Bewerbungen nehme ständig zu. Ein liebevoll-ironisches Denkmal hat der rumänische Künstler Dan Perjovschi dem jungen Künstlerhaus gesetzt. Er stellte in einer seiner comicartigen Zeichnungen Schafe in einer Koppel den Künstlern im Künstlerhaus Plüschow gegenüber, die ebenfalls eng zusammenrücken.

Eindrucksvolle Dimensionen hat das vor allem Gruppen aus dem Bereich der darstellenden Kunst ansprechende Schloss Bröllin in Vorpommern. Das 800 Jahre alte Rittergut hatte zu DDR-Zeiten als LPG für Tierhaltung und Korn gedient. Heute finden in den Bullenställen Theater- und Tanzworkshops internationaler Compagnien statt. Auch bildende Künstler arbeiten auf dem Anwesen. In den 22 Jahren seines Bestehens seien in Bröllin rund 500 Stücke erarbeitet worden, sagt Katharina Husemann, die im Vorstand der Einrichtung sitzt. Von der LPG zum internationalen „Produktionshof für die freien Künste“.

Es ging hier von Beginn an um die Verbindung von Kunst und Leben.“Gerlinde Creutzburg, Künstlerhaus Lukas



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