Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 2 ° Schneeregen

Navigation:
Pommersches Arkadien

Berlin/Ahrenshoop Pommersches Arkadien

Mecklenburg-Vorpommerns idyllische Künstlerhäuser erfreuen sich wachsenden internationalen Zuspruchs.

Voriger Artikel
Gwyneth Paltrow und Chris Martin trennen sich
Nächster Artikel
Pierce Brosnan: „James Bond war ein Geschenk“

45 internationale Künstler sind pro Jahr im Künstlerhaus Schloss Plüschow bei Grevesmühlen zu Gast.

Quelle: Anne Kubik

Berlin. Gutshöfe, Schlösser und Villen am Meer: Mecklenburg-Vorpommerns Künstlerhäuser sind in zauberhafte Landschaften eingebettet und bieten Kunstschaffenden Rückzugsmöglichkeiten. Die kreativen Refugien erfreuen sich mit ihren Stipendienprogrammen bei Künstlern aus aller Welt wachsender Beliebtheit. Eines der ältesten Künstlerhäuser Deutschlands ist das Künstlerhaus Lukas in Ahrenshoop. Es feiert in diesem Jahr 120-jähriges Bestehen und richtet das Festival „Zuflucht — von der Sehnsucht des Paradieses“ aus: in Ahrenshoop, Nachbarorten, Berlin und ausgewählten Häusern Nordeuropas.

Als Malschule gegründet, sei es in Ahrenshoop von Beginn an um die reformerische „Verbindung von Kunst und Leben“ gegangen, sagt die Leiterin des Künstlerhauses, Gerlinde Creutzburg. 50 bis 70 Arbeitsstipendien würden jährlich vergeben. Verbindungen bestünden zu Skandinavien und dem Baltikum. Eine Besonderheit in Ahrenshoop sind einmonatige Aufenthalte, also eine Art Frischzellenkur für Kreative. Die Autorin Judith Zander war im Winter Stipendiatin in Ahrenshoop. Sie habe gedacht, der Ort sei nicht weit von Berlin entfernt, sich dann aber in einer ganz anderen Welt wiedergefunden, sagt sie. Als „Anderland“ und „pommersches Arkadien“ bezeichnet sie den Ort. Von dort jemals wieder aufzubrechen, sei nach Tagen „nicht mehr vorstellbar“ gewesen.

Auch Judith Schalansky schrieb in der „splendid isolation“ des Künstlerhauses Teile ihres Romans „Der Hals der Giraffe“. Ingo Schulze, Bachmann-Preisträgerin Katja Petrowskaja oder zu DDR-Zeiten Heiner Müller suchten in Ahrenshoop Muße. Ein Stipendium von monatlich 1000 Euro sei eine „großartige Sache“, sagt Creutzburg, und doch käme für Künstler nur ein Stundenlohn von 6,25 Euro heraus.

Nicht einmal 100 Einwohner hat das bei Grevesmühlen gelegene Plüschow. Das dortige Künstlerhaus ist Austragungsstätte des „Zuflucht“-Festivals. 45 Künstler seien jährlich zu Gast, sagt Leiter Udo Rathke. Ein Austauschprogramm beziehe Künstler aus den USA, Frankreich, Österreich und Südkorea ein. Die Zahl internationaler Bewerbungen nehme ständig zu. Ein liebevoll-ironisches Denkmal hat der rumänische Künstler Dan Perjovschi dem jungen Künstlerhaus gesetzt. Er stellte in einer seiner comicartigen Zeichnungen Schafe in einer Koppel den Künstlern im Künstlerhaus Plüschow gegenüber, die ebenfalls eng zusammenrücken.

Eindrucksvolle Dimensionen hat das vor allem Gruppen aus dem Bereich der darstellenden Kunst ansprechende Schloss Bröllin in Vorpommern. Das 800 Jahre alte Rittergut hatte zu DDR-Zeiten als LPG für Tierhaltung und Korn gedient. Heute finden in den Bullenställen Theater- und Tanzworkshops internationaler Compagnien statt. Auch bildende Künstler arbeiten auf dem Anwesen. In den 22 Jahren seines Bestehens seien in Bröllin rund 500 Stücke erarbeitet worden, sagt Katharina Husemann, die im Vorstand der Einrichtung sitzt. Von der LPG zum internationalen „Produktionshof für die freien Künste“.

Es ging hier von Beginn an um die Verbindung von Kunst und Leben.“Gerlinde Creutzburg, Künstlerhaus Lukas

 



Johanna Di Blasi

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Serie, Weltkrieg, erster Weltkrieg, zweiter Weltkrieg Teaser der den User auf die Sonderseiten zum Thema Weltkrieg führen soll image/svg+xml Image Teaser Weltkrieg 2015-09-23 de Serie Erinnerung an Weltkriege Alle Beiträge und Bildergalerien zum Thema sowie Infos zu Ausstellungen und Museen finden Sie auf unseren Sonderseiten. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier. > Erster Weltkrieg > Zweiter Weltkrieg 1914 bis 1918 1939 bis 1945
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.