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Kultur Volkstheater Rostock mit Utopie-Stück in der Kunsthalle
Nachrichten Kultur Volkstheater Rostock mit Utopie-Stück in der Kunsthalle
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13:27 29.10.2018
Paula Thielecke und Sarah Gailer (v.l.) in der Premiere von "Utopie 1" des Rostocker Volkstheaters in der Kunsthalle Rostock Quelle: Dorit Gätjen
Rostock

Fünf junge Leute wollen einen netten Abend verbringen, einen Film sehen, Rosé-Wein trinken und Pizza essen. Aber es kommt anders. Unvermittelt verstricken sie sich in eine Diskussion über den Kommunismus und die Frage, ob er Wirklichkeit werden kann, und wenn ja, wie. Sie beschließen, durch Experimente herauszufinden, was der Einzelne tun kann, um die klassenlose Gesellschaft zu erreichen. Das ist die Rahmenhandlung des Stücks „Utopie 1. Rosé à Marxeille“, das am vergangenen Sonnabend in der Kunsthalle Rostock seine Premiere feierte.

Die Produktion stammt von der Gruppe „Leien des Alltags“, in Auftrag gegeben wurde das Stück vom Volkstheater Rostock. „Wir haben junge Menschen um die 30 gebeten, sich mit Utopie-Modellen auseinanderzusetzen“, erklärt der Rostocker Intendant Ralph Reichel. Die Autoren und Regisseure Nele Stuhler und Jan Koslowski sorgten für Text und Inszenierung, die in ihrer endgültigen Fassung Ergebnis der Arbeit der ganzen Theatergruppe ist. Als Darsteller gehören auch Sarah Gailer, Paula Thielecke und Luis August Krawen zu den „Leien des Alltags“. Die bewusste falsche Schreibung des Gruppennamens - „Leien“ statt „Laien“ - deutet auf den Ansatz der Theatermacher hin: komplexe Fragestellungen auf eine naive Weise zu behandeln, um so doch zum Kern der Probleme zu gelangen.

Entstanden ist eine Art Nummernprogramm aus Szenen, Liedern, Animationen, die auf zwei Bildschirmen zu sehen sind. Seinen Reiz bezieht das Stück aus absurden Verballhornungen. So wird aus „liberal“ unvermittelt „lieber Aal“. Im Experiment wird das berühmte Zitat des Philosophen Thomas Hobbes, dass „der Mensch des Menschen Wolf“ sei, untersucht und ein Wolf befragt. Das Ergebnis: Wölfe leben in freier Wildbahn kommunistischer als Menschen, weil sie gerecht teilen und füreinander sorgen. Wäre der Mensch also mehr wie der Wolf, könnte er auch im Kommunismus leben. Völlig ratlos geworden, rufen die jungen Leute Marx an und fragen, wann der Kommunismus komme. Per Smartphone antwortet der: „Keine Ahnung. Überlegt euch doch selber was.“ Fahnen schwingend ziehen sie in ihr kommunistisches Paradies „Marxeille“. Kurz darauf folgt Ernüchterung: „Mir ist langweilig“, sagt eine. Und: „In der Vorgeschichte war mir nie langweilig.“

„Utopie 1“ ist die erste Aufführung einer Reihe von Inszenierungen am Volkstheater Rostock, die sich utopischen Gesellschaftsentwürfen widmen.

Matthias Schümann

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