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Kultur Premiere von „Außer Kontrolle“ in Anklam: Rasante Tür-auf-Tür-zu-Komödie
Nachrichten Kultur Premiere von „Außer Kontrolle“ in Anklam: Rasante Tür-auf-Tür-zu-Komödie
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00:05 01.03.2016

Wenn das amouröse Abenteuer eines konservativen Politikers in die Öffentlichkeit dringt und es sich bei dem Corpus Delicti um ein weibliches Wesen aus der Gegenpartei handelt, ist das immer höchst amüsant. Guter Komödien-Stoff. Im Anklamer Theater hatte am Wochenende „Außer Kontrolle“ Premiere. Und wenn der Titel des Stücks von Ray Cooney auf das zutrifft, was da gespielt wird, so trifft das nicht auf die Inszenierung zu. Die Komödie seziert punktgenau und gnadenlos den Irrsinn, mit dem am Ende alles „Außer Kontrolle“ gerät. Das ist Timing, Wortwitz und Geschwindigkeit. Jede Bewegung, jede Geste, jedes ins Wortfallen muss sitzen, damit der Wahnsinn Fahrt aufnehmen kann. Und das hat er.

Regisseur Marcus Kaloff hat die Szenerie aus einem Luxus-Hotel im englischen Empire-Stil in ein modernes Art-Hotel verlegt (Ausstattung Ulrike Gehle). Die Farben leuchten in aufdringlichem Mintgrün und Quietschrosa. Heiko Gülland spielt den Staatsminister, der durch eine in das Fenster hinein hängende Leiche bei seinem Date gestört wird. Ein großes Vergnügen, ihm zuzusehen, wie er erst lässig die Bälle jongliert, später immer noch versucht, die Fäden zu ziehen, die er gar nicht mehr in der Hand hat. Auch Torsten Schemmel als sein Sekretär und derjenige, der für ihn die Kartoffeln aus dem Feuer holen soll, ist Hauptakteur. Eine irre Leistung. Denn am Ende sind es neben der Leiche und der Sekretärin (Marit Lehmann), dem Hotelpersonal (Erwin Bröderbauer und Andreas Zimmerling) auch noch ein cholerischer Ehemann (Martin Schneider), eine resolute Krankenpflegerin und Pamela, seine Gattin in Strapsen, die ständig durch die Türen, das Fenster und den Schrank hereinplatzen oder verschwinden. Eine Tür-auf-Tür zu-Verwechslungs-Komödie mit irren Verwicklungen. Die Anklamer waren ein dankbares Publikum. Ein sehr lustiger Abend.

Nächste Vorstellung: Heute in der Blechbüchse Zinnowitz, 19.30 Uhr



Juliane Voigt

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