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Kultur Puhdys zoffen sich um Geld
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Dieter Birr (M.) und die Puhdys 2016 in Berlin bei der Echo-Verleihung. Quelle: Jens Kalaene/dpa
Berlin

Bereits im September war der Streit unter den Puhdys zum ersten Mal hochgekocht. Auf der einen Seite steht Sänger und Gitarrist Dieter „Maschine“ Birr, der offenbar die Autorenrechte neu regeln will. Auf der anderen Seite sind es Keyboarder Peter Meyer, Sänger und Gitarrist Dieter Hertrampf sowie Schlagzeuger Klaus Scharfschwerdt, die der Puhdys-GbR angehören. Der letzte Puhdys-Bassist Peter Rasym ist von diesem Streit nicht betroffen, weil er nicht der Puhdys-GbR angehört.

Als Hauptautor vieler Puhdys-Titel sieht sich offenbar Dieter Birr. Bei den ersten beiden LPs von 1973 und 1974 waren die Autoren noch einzeln ausgewiesen. „Mann im Mond“ wurde beispielsweise von Gitarrist Dieter Birr und Textautor Wolfgang Tilgner geschrieben, „Lied für Generationen“ von Bassist Harry Jeske und Texter Wolfgang Tilgner. Bei der 1980 erschienenen LP „Heiß wie Schnee“ war man zum Beispiel dazu übergegangen, alle Titel als Gruppenkompositionen auszuweisen, nur die Textautoren wurden extra genannt.

Nun will Dieter Birr offenbar generell neu klären lassen, welche Anteile welches Bandmitglied bei den einzelnen Titeln erbracht hat. Eine Neuregelung der kreativen Anteile hätte auch finanzielle Folgen. Nicht nur für die Bandmitglieder, auch für die Nachkommenden, also für die Erben der Musiker. Schätzungen gehen dahin, dass der Puhdys-Songkatalog bei der Verwertung über Verkauf und öffentliche Aufführungen rund 25000 Euro im Jahr an Tantiemen einbringt. Geregelt wird das für Komponisten, Textdichter und Musikverleger in Deutschland über die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (Gema), die die Urheberrechte vertritt.

Die Bandgeschichte ist Vergangenheit. Die Puhdys streiten aber auch für die Zukunft, sie halten sich mit öffentlichen Darstellungen jedoch während des laufenden Verfahrens zurück. Die Bandmitglieder bestätigten, dass es einen Streit gibt, wollen sich aber öffentlich nicht mehr dazu äußern.

Thorsten Czarkowski

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