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Kultur „Punk-Paganini“ als Jazz-Geiger: Nigel Kennedys Gershwin-Projekt
Nachrichten Kultur „Punk-Paganini“ als Jazz-Geiger: Nigel Kennedys Gershwin-Projekt
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00:02 09.05.2018

„Die Fusion von Jazz und Klassik, die wunderschönen Einflüsse der jüdischen Kultur, die einmalige Energie von New York City“ – das seien die Hauptbestandteile seines neuen Albums, sagt Meister-Violinist Nigel Kennedy. Am 11. Mai erscheint es unter dem Titel „Kennedy meets Gershwin“.

Der britische

Meister-Violinist

Nigel Kennedy (61) FOTO: ARCHIV

Der inzwischen 61-jährige Brite mit der angegrauten Punk-Stachelfrisur dreht den modernen Klassiker Gershwin gewissermaßen auf links und legt die Jazz-Wurzeln des US-Amerikaners frei. Das Ergebnis:

eine sensationelle Rückkehr zu lange vermisster Höchstform. Die Musik von George Gershwin (1898-1937) passe „zu meinem Naturell, zu meinem Handwerkszeug und zu meinen Erfahrungen“, begründet er seine Wahl. Beispielsweise die unsterbliche Rhapsodie, im Gershwin-Original ein gut 16-minütiges Orchesterstück mit Solo-Klavier: Kennedy spielt das Thema des Werks auf seiner Geige kurz an, zelebriert die berührende Melodie, improvisiert mit seiner kleinen Band ein wenig daran herum – und nach zweieinhalb Minuten ist der schöne Traum schon wieder vorbei. So viel Freiheit mit einem ikonischen Musikstück muss man sich erst einmal trauen.

Auch danach erstarrt Kennedy nie in Respekt vor den Ohrwürmern des Komponisten Gershwin. „Our Love Is Here To Stay“, „The Man I Love“ und „Oh, Lady be Good!“ – als Standards des Great American Songbook fast totgespielt – werden dank seiner Geige und der Gitarre von Howard Alden zu feurigem Jazz. Zwei Gitarren, ein Bass, drei Streicher, Flöte und natürlich Kennedys virtuose Violine – dieses Mini-Ensemble reicht aus, um Gershwins Musik neue Dimensionen zu erschließen. Auf „Fantasy“ und „They Can’t Take That Away From Me“ gibt der „Punk-Paganini“ gar sein Debüt als Solo-Pianist – daraus wird purer Jazz, auch weil seine Technik am Klavier eben nicht besser sei, frotzelt Kennedy.

Werner Herpell

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