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Kultur Puzzleteile, die ein Leben ergeben
Nachrichten Kultur Puzzleteile, die ein Leben ergeben
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00:04 15.01.2015
Robert Seethaler am Dienstag in Rostock. Quelle: Dietmar Lilienthal
Rostock

Der Österreicher Robert Seethaler las am Dienstagabend in der Reihe Literatour Nord in der anderen Buchhandlung Rostock. Mitgebracht hatte Seethaler seinen neuen Roman „Ein ganzes Leben“. Ein in Zeitsprüngen erzählter Lebenslauf, der Andreas Egger, die Hauptfigur, in verschiedenen Lebensphasen zeigt. Ein in sehr plastischen Bildern erzähltes Werk. Schon in seiner gedruckten Form überrascht das Werk in seiner Reduzierung — ein großes Thema auf nur 160 Seiten zusammengefasst.

„Eigentlich sollte das Buch ‘Eine einfache Geschichte‘ heißen“, so Robert Seethaler, „aber der Titel war im Verlag schon vergeben.“ Dennoch: Eine einfache Geschichte ist es geworden. Mit Andreas Egger geht es beispielhaft durch das 20. Jahrhundert, in die Abgeschiedenheit der österreichischen Bergwelt, die nach und nach von den technischen Segnungen der Moderne ereilt wird, zum Beispiel der Elektrizität und des Fernsehens. Die Lebensphasen fügen sich vor dem Leser wie ein Puzzle zusammen.

Die Stärke des Buches liegt in der Einfachheit der gezeigten Verhältnisse, aus der die Intensität der Schilderungen erwächst. So ist es zum Beispiel Marie — Andreas Eggers große und einzige Liebe — ,die dem Leser sehr plastisch vor Augen tritt, so dass ihr Verlangen spürbar wird. „Es ist auch ein Buch über Sehnsüchte“, meint Seethaler. Die Figurenzeichnungen und die Landschaftsbeschreibungen machen einen großen Teil seiner Faszination aus.

Diese Vorstellungskraft geht zurück in die Kindheit von Robert Seethaler, der mit einer starken Sehschwäche aufgewachsen ist. „Damals wurde ich manchmal von Bildern durchweht“, erzählt Seethaler im Gespräch über jene Zeit. Bereits als Kind hatte er zum Beispiel dem Klang einer Stimme eine große Bedeutung zugemessen. Solcherart Erhellendes und auch Biografisches ergab sich im Dialog zwischen Robert Seethaler und dem Rostocker Literaturwissenschaftler Dr. Lutz Hagestedt im Anschluss an die Lesung. Es entwickelte sich ein Gespräch über die wichtigen Dinge des Lebens, das selbst in seiner Holprigkeit unterhaltsam war.

In dieser Situation zeigte sich auch, dass ein Künstler eher durch sein Werk spricht als über ein Interview. Es blieb ein Abend über Dinge, die ein Leben ausmachen, dem das Publikum in der voll besetzten Buchhandlung aufmerksam folgte. Nächster Termin der Literatour Nord: Michael Köhlmeier, 27. Januar, 20 Uhr, Literaturhaus Rostock



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