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Kultur Rammstein: Ignoriert Viagogo die einstweilige Verfügung?
Nachrichten Kultur Rammstein: Ignoriert Viagogo die einstweilige Verfügung?
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15:53 27.11.2018
Rammstein mit Fronstänger Till Lindemann wehrt sich durch die Konzertagentur gegen den Wiederverkauf von Konzerttickets. Quelle: Oliver Stratmann dpa/lby
Hamburg

Rammstein hat sich gewehrt. Gegen die Onlineticketbörse Viagogo hat der Konzertveranstalter der Band, MCT, bereits in der vergangenen Woche vor dem Landgericht Hamburg eine einstweilige Verfügung erwirkt. Demnach darf Viagogo den Verkauf von Tickets für die Deutschland-Konzerte von Rammstein 2019 nicht mehr ermöglichen. Die Ticketplattform darf auch nicht die behaupten, dass die Karten gültig seien und zum Eintritt berechtigen würden.

Viagogo lässt sich Zeit

Wer aber nun ein paar Tage nach diesem Beschluss auf die Website von Viagogo schaut, findet noch immer Konzertkarten. Widersetzt sich das Unternehmen der einstweiligen Verfügung? „Eine einstweilige Verfügung kann erst durchgesetzt werden, wenn sie auch zugestellt wurde“, heißt es zur Erklärung beim Landgericht Hamburg auf Anfrage des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND). Das Problem: Viagogo hat seinen Hauptsitz in der Schweiz, eine Zustellung muss also über die Ämter laufen – und das kann dauern. Und so lange muss Viagogo auch noch nicht reagieren.

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Viagogo verweist bei Nachfragen auf eine allgemeine Information über das Unternehmen. Sie würden keine Tickets anbieten, sondern lediglich als Marktplatz agieren – damit schiebt Viagogo die Verantwortung von sich. Auch die Konzertagentur MCT, die bereits 2011 mit einem ähnlich lautenden Antrag bei Take-That-Konzerten gegen Viagogo vorgegangen ist, war zu keiner Stellungnahme bereit.

In einer Pressemitteilung von vergangener Woche heißt es: „Sowohl Rammstein als auch MCT, Veranstalter der Konzerte, begrüßen die Entscheidung des Landgerichts Hamburg sehr. Bereits seit Jahren setzen sich Rammstein und MCT konsequent gegen den Weiterverkauf überteuerter und ungültiger Tickets ein.“

Mögliche Konsequenzen: Ordnungsgeld in Höhe von 250.000 Euro

Wenn Viagogo nun weiter auf seiner Plattform den Verkauf von Karten ermöglicht, kann dem Unternehmen ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro drohen, teilt das Landgericht Hamburg mit. Im schlimmsten Falle könne der Geschäftsführung eine Ordnungshaft von bis zu zwei Jahren drohen. Dafür müsse die Konzertagentur MCT nach der Zustellung der einstweiligen Verfügung in der Schweiz einen neuen Antrag stellen.

Die Metal-Band Rammstein hat Anfang November eine Europatour für 2019 angekündigt. Binnen kürzester Zeit waren die Konzerte ausverkauft. Die Band lässt ihre Tickets nur personalisiert, also mit Vor- und Nachnamen versehen, erstellen. Wer nun Karten über nicht autorisierte Händler wie Viagogo ohne Personalisierung gekauft hat, kann am Eingang schlichtweg abgewiesen werden. Die Tickets auf der Onlineplattform kosten derzeit etwa 500 Euro – der ursprüngliche Einkaufspreis lag zwischen 55 und 105 Euro.

Die Wettbewerbsbehörde in Großbritannien kündigte im August an, gegen das Unternehmen vor Gericht zu ziehen: Viagogo solle den ursprünglichen Kaufpreis ausweisen. Die Behörde will laut eigenen Angaben ebenfalls eine einstweilige Verfügung erzielen. In Italien hat eine Aufsichtsbehörde das Unternehmen zu einer Strafzahlung von einer Million Euro aufgefordert. So gerät Viagogo auch im Ausland immer mehr unter Druck.

Von Geraldine Oetken / RND

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