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Kultur Rando und die Monkerbande
Nachrichten Kultur Rando und die Monkerbande
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00:00 30.03.2017
Rostock

Es begann mit einer Freundin seines dreijährigen Sohnes Ferdinand. Die Kindergartenkumpeline konnte den Namen nicht aussprechen und rief Rando Geschewskis Steppke stets Fertigmann. Der Maler lacht herzlich. Fertigmann statt Ferdinand. Es ist herrlich, Kindern in diesem Alter zuzuhören. Als ihm sein Sohn auch noch erzählte, dass in seinem Kinderzimmer kleine Monker leben, die ihn jeden Abend im Bett besuchen und ihm Geschichten erzählen, war die Idee im Kopf des Künstlers geboren. Ein Kinderbuch.

Monker, das sind Monster, und die machen Kindern gar nicht so große Angst, wie Erwachsene oft glauben. Zumindest wenn sie so lustige Zeitgenossen sind wie jene, die sich Ferdinand, alias Fertigmann, ausgedacht hat: Zombiemonker, Mopsmonker, Werwolfmonker, Unterdemteppichmonker, Hörnchen-Monker.

Geschewski erfand dann noch solche Monker wie das Dreadlockmonker oder so lustige Figuren wie das Mondknotenschwein, den Ameisenbär Hoovercraft, Atomino van de Gummibaer, den Hornwurm oder Miezie, den Tornado – und schon lag die Kinderbuchgeschichte fast fertig erzählt vor ihm. Daraus hat Geschewski ein hochwertiges Kinderkunstbuch mit Einbandprägung und Goldschnitt im Großformat A3 mit zwölf Märchen und zwölf Monker-Dialogen gefertigt. Gezeichnet hatte er 16 Monker, 15 hat er verwendet. Die Geschichten tragen so fantasievolle Titel wie „Mondsüchtig oder das Märchen von dem letzten Flugwal“. Der 53-Jährige hat jede Geschichte am Märchen-Experten getestet. Seinem Sohn. Kinder sind schonungslos ehrlich, wenn sie sich langweilen oder fürchten.

Geschewski sagt: „Ich mag Geschichten vorlesen, an denen auch die Erwachsenen Spaß haben. Da dürfen ruhig Sachen und ein, zwei Wörter drin sein, die der Junge nicht versteht.“ Die Bilder hat der Künstler in der ihm eigenen Rasierklingentechnik gemacht. Die Figuren und Szenen hat er mit Tusche und Tuschstiften mit echten Pigmenten auf PVC-Folie gezeichnet und die Farbe dann in genügsamer Kleinarbeit per Rasierklinge ausgekratzt.

Und nun geht’s an die Finanzierung. Einen Dummie hat der Künstler, der sein Atelier in Warnemünde in den früheren Räumen einer Druckerei hat, in denen bis in die 60er Jahre ein Verlag seinen Sitz hatte, bereits in der Druckerei Weidner drucken lassen. Um eine 500er-Auflage zu finanzieren, benötigt Geschewski 15000 Euro. Dafür hat er am 28. März über die Crowdfunding-Page eine Fertigmann-Seite freigeschaltet. „Das gesamte Buch wäre für mich so teuer, dass ich das nicht stemmen kann“, sagt er. Wer sich am Crowdfunding beteilige, bekomme auch Geschenke. Und zwar so: Ende Mai ist das Buch fertig und soll Mitte Juni erscheinen. Dann kostet es 55 Euro. Wer jetzt 35 Euro spendet, spart 20 Euro und kriegt das Buch bis 17. Juni zugeschickt. Auch verschiedene Pakete sind auf der Seite zu finden.

Sollte die Finanzierung für den Fertigmann hinhauen, will Geschewski jedes Jahr ein Buch herausbringen. Für Kinder und Erwachsene. Er sagt: „Das sollen fantastische Geschichten für Groß und Klein sein. Ich möchte Bücher wie kleine Kunstwerke entwickeln. An so einem Monker sitze ich drei, vier Tage.“ Sollte die Crowdfunding-Finanzierung nicht klappen, wird das Geld, das in Vorkasse an eine Art Treuhänderfonds gegangen ist, zurücküberwiesen. Prepaid oder Visa Card wird erst belastet, wenn die Aktion zu Ende ist.

Doch nach einem Scheitern sieht es gar nicht aus. 15 Stunden, nachdem die Seite freigeschaltet wurde, waren 9375 Euro draufgebucht. Stand gestern: 12990 Euro. Ein guter Start ins erste Kinderbuchprojekt.

Internet:

www.startnext.com/fertigmann Rando.de/Illustrationen

Michael Meyer

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