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Kultur Rau und herzhaft: 15 000 Fans feiern Shanty-Party auf Rügen
Nachrichten Kultur Rau und herzhaft: 15 000 Fans feiern Shanty-Party auf Rügen
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00:01 12.09.2016
Die Flensburger Band Santiano begeisterte das Publikum am Wochenende in Ralswiek. Fotos (2): Ove Arscholl

Aye! Da singen und springen, da klampfen und stampfen sie wieder, die alten Bagaluten von Santiano! Rau und herzhaft, stürmisch und rumbeseelt. Und immer geradeaus. „Ralswiek – wollt ihr mit auf Kaperfahrt?“, poltert Frontmann Björn Both drauflos. „Dann hebt die Flossen!“ Und natürlich folgen die meisten der 5000 Zuschauer an diesem sommerlauen Freitagabend seinem Ruf und recken ihre Arme in den Himmel.

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Ralswieker Naturbühne erlebte am Wochenende zwei begeisternde Santiano-Konzerte Band sendete auch politische Botschaften in das Publikum

Es ist das erste von zwei Konzerten, das Both und seine Mannen in diesem Jahr auf der Naturbühne in Ralswiek auf Rügen geben. Der Super-Gig am Sonnabend mit etwa 10000 Fans war so schnell ausverkauft, dass ein Zusatzkonzert hermusste. Gut für Fynn Lennox Mayrich. Der 9-Jährige ist am Freitag mit seinen Eltern Anja und Raik aus Zansebuhr bei Stralsund angereist. Er trägt ein Santiano-Shirt, auf dem „Lieder der Freiheit“ steht. Es ist zugleich der erste Song, den die Band an diesem Abend spielt, bevor sie ihr mittlerweile reiches Repertoire an Shanty- und Irish-Folk-Hymnen in die Runde haut.

Das Konzert ist wie das Meer selbst – mal tosend, mitreißend, rau, mal ruhig, sanft, wogend. Zwei Stunden lang lassen es Santiano krachen. Mit sieben Mann auf der Bühne, mit Gitarren, Bass, Schlagzeug, Pauken, der unverzichtbaren Geige von Fiddler Pete Sage natürlich und einem Didgeridoo. Und gleich mehrmals spinnen die Kerle da oben nicht nur ihr Seemannsgarn ins Programm ein, sie senden auch politische Botschaften.

„Wir sind ausgesprochene Fans dieser Idee Europa, die uns gerade ein wenig um die Ohren fliegt“, sagt Sänger Björn Both auf der Bühne und spricht sich dafür aus, die Heimat zu teilen „mit jemandem, der sie gerade verloren hat.“ Ohne die AfD beim Namen zu nennen, spricht er von „Vollpfosten“, die jetzt in Wahlen zulegen und durch ihr „braunes Gesülze“ einen „Hochverrat an der Freiheit“ begehen würden. Das Publikum applaudiert.

Frenetischen Jubel gibt‘s, als die vor fünf Jahren gegründete Band ihre Hits spielt: „Frei wie der Wind“, „Santiano“, „Es gibt nur Wasser“. Bei „Californio“ regnet es Goldfäden, bei „Männer mit Bärten“ steht das riesige Wikingerschiff mit den zwei Drachenköpfen auf der Bühne in Flammen. Als Zugabe ist die plattdeutsche Ballade „Freesenhof“ von Knut Kiesewetter zu hören. Und als am Ende wie immer „Hoch im Norden“ erklingt, taucht Ralswiek in ein Lichtermeer. „Das ist mein Lieblingslied von Santiano“, sagt Fynn Lennox Mayrich, der im nächsten Jahr unbedingt wiederkommen will. Kann er: Am 16. September werden Santiano zur fünften Kaperfahrt auf die Störtebeker- Bühne nach Ralswiek aufbrechen. „Es waren zwei Super-Konzerte. Sonnabend ging noch mal richtig die Post ab. Die Jungs von Santiano waren richtig gut drauf und freuen sich schon aufs nächste Jahr“, sagt Matthias Krauß vom Veranstalter Krauß Events. Bis dahin : Zack-ahoi!

Thomas Pult

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