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00:00 20.10.2016
Shoko Taruma (25) aus Kyoto arbeitet an Plastiken mit der traditionellen japanischen Urushitechnik. Fotos (5): Dietmar Lilienthal

Professor Jo Ishida freut sich. Der Präsident des „Japan Art Forum“ in Kyoto steht im Foyer der Rostocker Kunsthalle und schaut den Künstlern bei der Arbeit zu, berät, gibt Tipps. Künstlerinnen und Künstler aus Japan und Südkorea arbeiten um ihn herum. An den Wänden hängen Arbeiten von Künstlern aus MV, die 2008 in Kyoto und Maizuru gewesen sind.

Zehn Jahre Art Rainbow Project: Ein Austausch von Künstlern aus MV, Japan, Südkorea / Kunsthalle Rostock zeigt Ergebnisse

Nun gehen die Arbeiten für eine gemeinsame Ausstellung in der Kunsthalle ins Finale. Ishida sagt: „Wir waren nicht nur hier in der Kunsthalle und haben gearbeitet, sondern haben uns auch das Land angesehen.“ Zum Beispiel Warnemünde oder das Barockschloss Ludwigslust. Die Eindrücke werden nun von den Fotografen, Objektkünstlern, Kalligraphen oder Holzschnittkünstlern verarbeitet.

Shoko Taruma (25) aus Kyoto arbeitet mit einem Lack, der aus dem Saft des Urushibaumes gewonnen wird. Den Lack trägt sie auf Materialien wie Holz, Pappmaché, Kunststoff und Bronze auf. Studiert hat sie an der Kyoto University of Modern Art and Design. Der jungen Japanerin, die mit dieser traditionellen japanischen Kunstform beeindruckende Plastiken schafft, gefällt besonders der kulturelle Austausch. Die Künstler leben seit 30. September bis zum 22. Oktober zusammen im Subraum Hostel des Rostocker Peter-Weiss-Hauses (PWH). Sie kochen, arbeiten, essen gemeinsam und gehen zu Konzerten ins PWH.

Der Sinn des Austauschs ist laut Johannes Kunze, Präsident der Deutsch-Japanischen Gesellschaft, der Aspekt „Kunst in der Fremde. In der Fremde zu Hause zu sein.“ Als er die Idee vor zehn Jahren artikulierte, wurde er im Rostocker Rathaus noch ausgelacht. Viel zu viel Aufwand. Und was soll das Ganze überhaupt?

Rando Geschewski (52), Maler aus Warnemünde, der 2008 an dem Austausch teilnahm, erklärt das so: „Ich habe dort hauptsächlich fotografiert, bin durchs Land gereist und habe meine Fotopanoramen begonnen. Jeder hat dort versucht, aus dem was er vorfindet in Japan, was zu machen. Für den Bildhauer Dirk Wunderlich zum Beispiel waren es Bambusarbeiten, für mich Fotopanoramen. Für alle Künstler war das eine echte Bereicherung. Für viele war Japan Traumland, für mich seit der achten Klasse.“

Johannes Kunze erklärt, dass man Japan und Südkorea wegen der komplexen politischen Großlage bewusst als Partnerländer gewählt habe: „Das ist ja die Idee. Wir wollen präsentieren, dass das auf der Ebene der Menschen wunderbar funktioniert.“ Die Arbeiten des Projekts „10+ Art Rainbow Project“ werden in einer Ausstellung, die am 21. Oktober mit einer Vernissage eröffnet wird, gezeigt. Die Schau läuft bis 13. November. Zu sehen sind auch Arbeiten von Geschewski, Wunderlich, Anne Hille, Tanja Zimmermann, Bernd Misgajiski, Ruzica Zajec, Miro Zahra, Grit Sauerborn, Britta Matthies und Kerstin Borchardt.

Kunsthallen-Direktor Jörg-Uwe Neumann sagt: „Für mich ist besonders faszinierend, dass die japanischen und koreanischen Künstler hier vor Ort arbeiten. Dieser interkulturelle Austausch funktioniert ganz toll. Und wir und die Besucher können den Arbeitsprozess der Kunstwerke vor Ort miterleben.“

Vernissage: 21. Oktober um 18 Uhr, Kunsthalle Rostock. Rando Geschewski zeigt ab 28. Oktober in der Galerie Schadow in Berlin-Pankow seine Porträt-Ausstellung „Fresse“.

Michael Meyer

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