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Ribnitzer Folklore-Tänzer gastieren im Reich der Mitte

Ribnitz-Damgarten/Peking Ribnitzer Folklore-Tänzer gastieren im Reich der Mitte

Zum Nationalfeiertag der Volksrepublik China reist eine 24-köpfige Gruppe des Richard-Wossidlo-Ensembles nach Peking

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Getanzte Geschichte: Die Erwachsenentanzgruppe des Folkloreensembles „Richard Wossidlo“ zeigt die „Hamburger Suite“.

Quelle: Fotos: Folkloreensemble

Ribnitz-Damgarten/Peking. Zwischen 30 und 50 Auftritte haben die Tänzer des Mecklenburg-Pommeraner Folkloreensembles „Richard Wossidlo“ pro Jahr, ein bis zweimal davon im Ausland. Doch der aktuelle Auftrittsort ist auch für die Ribnitz-Damgartener nicht alltäglich: Zu den Feierlichkeiten zum Nationalfeiertag der Chinesen am 1. Oktober reisen 24 Mitglieder der Erwachsenentanzgruppe und ein Mitglied der Jugendtanzgruppe nach Peking. Eine Woche lang wird das Ensemble dort verschiedene Auftritte absolvieren.

OZ-Bild

Zum Nationalfeiertag der Volksrepublik China reist eine 24-köpfige Gruppe des Richard-Wossidlo-Ensembles nach Peking

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„Für uns als Tänzer ist das natürlich ein absolutes Highlight“, sagt Katja Zühlsdorf, die selbst nicht nur im Verein tanzt, sondern auch das jährliche internationale Folkloretanzfest für das Land MV mitorganisiert. Der Kontakt zu den Chinesen sei vor rund zehn Jahren entstanden, als das Richard-Wossidlo- Ensemble bei einem Festival zu Gast in Shanghai war. „Seitdem waren immer wieder chinesische Gruppen bei unserem Folklorefestival in Ribnitz-Damgarten zu Gast. Schon länger gab es daher den Wunsch, dass wir als Ensemble mit den Erwachsenen nach China fliegen, nun hat es endlich geklappt“, freut sich auch Leiter Holger Hurtig. Erwartet werden laut Hurtig zwischen 30 und 40 weitere Ensembles aus der ganzen Welt. „Aber aus Deutschland sind wir die einzigen Vertreter“, sagt Katja Zühlsdorf nicht ohne Stolz.

Auch wenn die Organisation nicht ganz so einfach war: „Der Arbeitgeber muss ja auch mitspielen“, sagt Hurtig. Da nicht alle Mitglieder freibekamen, habe man kurzerhand auf ein Mitglied aus der Jugendgruppe zurückgegriffen, das in vier Wochen vier komplette Choreografien nachträglich einstudiert habe.

Denn: Um den Chinesen die deutsche Kultur näherzubringen, hat das Folkloreensemble, das neben verschiedenen Auftritten auch zwei Workshops absolvieren wird, sieben Tänze im Gepäck: Dazu gehört unter anderem das Winzerfest aus Bayern, der deutsche Zimmermannsbrauch, die Spreewaldfahrt, die Hamburger Suite, die Masurka, die von polnischen Gastarbeitern nach Pommern getragen wurde, oder der Tüchertanz Allemande, der seinen Ursprung auf der Insel Usedom hat. Letzterer orientiert sich beispielsweise an der Verständigung der Seeleute mit Flaggen, bei der Spreefahrt wird tänzerisch die Fahrt mit Kähnen dargestellt, das Winzerfest hat natürlich etwas mit Wein zu tun: „Wenn man Federweißer trinkt, merkt man das auch gut in den Beinen, das stellen wir tänzerisch dar“, sagt Hurtig mit einem Lächeln.

Denn, wer bei Folklore gleich an angestaubte Traditionen denkt, der irrt: „Bei uns geht es nicht darum, im Kreis zu tanzen, wir erzählen Tanzgeschichten“, sagt Hurtig. Vielleicht auch ein Grund dafür, dass das Ensemble keine Nachwuchssorgen hat. „Alle unsere Gruppen sind gut besetzt. 65 Prozent sind junge Leute bis 27 Jahre“, sagt Hurtig. Im Rahmen des Landesheimatprogramms für MV entwickelt der Tanzpädagoge zurzeit sogar vier Tänze, die im nächsten Jahr an den Schulen unterrichtet werden sollen. Dennoch eint die Brauchtumspflege im Richard-Wossidlo-Ensemble die Generationen:

„Unser jüngstes Mitglied ist vier, das älteste 85 Jahre alt.“

Verein pflegt Brauchtum

150 Mitglieder hat das Mecklenburg-Pommeraner Folkloreensemble „Richard Wossidlo“ aktuell. Dazu gehören neben Tänzern auch Musiker, denn das Ensemble tanzt ausschließlich zu Live-Musik.

55 Jahre alt wird der Verein im nächsten Jahr. Zum Folkloreensemble gehören insgesamt sieben Tanzgruppen, in denen das jüngste Mitglied vier Jahre alt ist, das älteste Mitglied ist bereits 85 Jahre alt.

Stefanie Büssing

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