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Rom vor der „Revolution“ am Kolosseum

Denkmaeler Rom vor der „Revolution“ am Kolosseum

Rom (dpa) - So manch ein Römer reibt sich die Augen. Der neue Bürgermeister der Ewigen Stadt, Ignazio Marino, schiebt jetzt seine „Revolution“ am Kolosseum an.

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Das Kolosseum gehört zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten in Rom. Foto: Ettore Ferrari

Rom (dpa) - So manch ein Römer reibt sich die Augen. Der neue Bürgermeister der Ewigen Stadt, Ignazio Marino, schiebt jetzt seine „Revolution“ am Kolosseum an. Die auf typisch römische Weise immer wieder verzögerte Restaurierung dieses von Verwitterung und Zerfall angegriffenen Wahrzeichens der Stadt soll endlich beginnen.

Vor allem aber dürfen ab August nahe dem größten Amphitheater des antiken Roms keine Privatautos mehr fahren, die Touristenbusse müssen woanders parken. Für das linke Stadtoberhaupt sind dies Schritte, um nicht allein das Kolosseum zu retten, sondern auch dem Traum eines großen archäologischen Parks rund um die Kaiserforen näher zu kommen.

Die jährlich bis zu sechs Millionen Besucher des massiven Bauwerks aus dem 1. Jahrhundert erleben dort seit langem das Chaos der Hauptstadt besonders heftig: Baustellenzäune einer Metro-Linie auf dem Weg vom Kolosseum an den Fori Imperiali vorbei in Richtung Piazza Venezia; donnernder Verkehr unter der Woche rund um das doch so fragile Bauwerk, das dringend restauriert werden muss.

Auch wenn jede Straßensperrung in Rom sofort anderswo für noch mehr Verkehrslärm und Staus sorgt: Der neue Bürgermeister will sich nicht bremsen lassen, er will kultur- und umweltpolitische Zeichen setzen, auch wenn es Widerstand von Händlern gibt, die Einbußen befürchten.

Da ist zunächst einmal das tragikomisch anmutende Gerangel um das Kolosseum selbst. Zweieinhalb Jahre ist es her, dass - unter Marinos Vorgänger - ein einzigartiges „Lifting“ dieses Bauwerks angekündigt wurde, gesponsert von den Millionen des „Tod's“-Unternehmers Diego Della Valle. Ehrgeizigste Pläne stellten die Verantwortlichen den Medien später vor, dann hagelte es Einsprüche und Gerichtsverfahren.

Diese sind zwar noch immer nicht alle ausgestanden, aber die Arbeit sollte noch im Juli beginnen. Acht Millionen Euro wird es kosten, die verschmutzten, 50 Meter hohen Arkadenreihen des Kolosseums zu säubern und zu sichern. Allein dieses dürfte runde zweieinhalb Jahre dauern, dabei aber auch einen neugestalteten Zugang zu dem Kolosseum bringen.

„Wir sind dabei, einen seit Jahrzehnten gehegten Traum zu verwirklichen, wir bringen eine Operation von enormem kulturellen Wert auf den Weg“, so spornt der Bürgermeister alle Beteiligten an. Ihm geht es, etwas vollmundig gesagt, „um den größten archäologischen Park des Planeten“, mit all den antiken Stätten rund um das Kolosseum und das Forum Romanum. Die Römer - aus Erfahrung skeptisch - dürften erst einmal sehen wollen, ob jetzt wirklich dort etwas in Gang kommt.

Nächste Etappe. Auch sie kommt in der vom Autoverkehr gemarterten Metropole am Tiber schon einem kleinen Umsturz gleich: Etwa die halbe Strecke der Straße der Kaiserforen vom Kolosseum zur Piazza Venezia ist künftig für den Privatverkehr tabu, also nur städtische Busse und Taxen dürfen dort fahren - und das nur langsam. Bislang können sich Römer und Touristen allein sonntags über eine autofreie Straße an den Foren und antiken Stätten freuen. Was da kommt, ist zunächst als Experiment gedacht. Doch der Bürgermeister plant bereits voraus.

Dritter Schritt. Etwa zum Jahreswechsel soll alles noch bequemer und beschaulicher werden. Geplant ist dann, auf der einst von Benito Mussolini ins Werk gesetzten Parade-Straße Via dei Fori Imperiali die Bürgersteige von drei auf sechs Meter zu verbreitern. Dazu soll auch ein Fahrradweg - für Rom doch noch ziemliches Neuland - eingerichtet werden, der hoch führt bis zum Colle Oppio-Park. Der Bürgermeister hofft, mit all diesen Maßnahmen seinen „großen archäologischen Park im Herzen von Rom“ zu schaffen. Die Römer und die Millionen Touristen aus aller Welt werden verfolgen, ob ihm das auch gelingt. Damit dann später noch weitere notwendige Restaurierungen dort beginnen können.

dpa

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