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Romantik wach, frisch, energisch

Rostock Romantik wach, frisch, energisch

Hochschulorchesterkonzert im Katharinensaal der Rostocker Hochschule für Musik und Theater (HMT): Für 600 Rostocker ein fixer Kalendertermin an zwei Abenden.

Rostock. Hochschulorchesterkonzert im Katharinensaal der Rostocker Hochschule für Musik und Theater (HMT): Für 600 Rostocker ein fixer Kalendertermin an zwei Abenden.

Mindestens einmal im Semester ein Déjà-vu mit Perlen des sinfonischen Repertoires, musiziert von einem engagierten Orchester aus HMT-Studierenden. Diesmal waren es die Sinfonie Nr. 5 B-Dur D 485 (1816) von Schubert und die Sinfonie Nr. 3 a-Moll („Schottische“) op. 56 (1842) von Mendelssohn Bartholdy, platziert in Zeit und Horizont der geistesgeschichtlichen Romantik.

Die erstrahlten in einem anderen Licht, ehrfurchtslos, nicht gegenüber dem Werk, sondern gegenüber den tradierten Spielweisen. Der britische Gastdirigent Christopher Moulds, ein Mann der Praxis, europaweit erfolgreich, brachte erneut, wie bei seinem Gastspiel vor einem Jahr, frische Weltluft in die pompöse Orchesterstube der HMT — eine Lehrstunde im modernen Orchesterspiel, womit er die jungen Musiker zu begeisterndem Spiel begeisterte.

Der romantische Klang nicht samtig und sämig, sondern blank und durchsichtig, bei Mendelssohn etwas fülliger und farbenreicher, die melodische Spannung nicht schwärmerisch und schwelgend, sondern straff, „redend“ artikuliert, ohne verschleifende Ritardandi, mit pointierter Rhythmik, die Dynamik plastisch ins Relief getrieben, selbst harsche Übergänge nicht scheuend. Dazu eine geschickte Energieverteilung, die die latente Konflikthaftigkeit weckte.

Die Sinfonie des erst 19-jährigen Schubert markierte sich so als Station auf seinem sinfonischen Weg, noch zwischen spätem Haydn und frühem Beethoven, aber mit spürbar neuen Tönen. Mendelssohns Sinfonie, seine — entgegen ihrer Nummerierung — letzte, blieb nicht nur gefühlvoller musikalischer Reisebericht, sondern gewann kraftvollen sinfonischen Atem.

So verlor die Romantik ihren verhangenen dunklen Blick. Hier wurde sie wach, lebendig, energisch und frisch — kurz: zuversichtlich.

OZ

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