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„Rostock ist ein Stück Zuhause“

„Rostock ist ein Stück Zuhause“

Neda Rahmanian ist die Hauptdarstellerin in der neuen ARD-Reihe „Der Kroatien-Krimi“ / Der erste Teil wird heute gezeigt / Ihr Handwerk hat die 37-Jährige an der Schauspielschule in Rostock gelernt

Rostock Als Leiterin der Mordkommission ermittelt Neda Rahmanian (37) heute und am 22. September in der neuen ARD-Auslandkrimi-Reihe „Der Kroatien-Krimi“. Ihr Handwerk hat die gebürtige Iranerin, die mit vier Jahren nach Deutschland kam und in Hamburg lebt, an der Rostocker Hochschule für Musik und Theater (HMT) gelernt.

Nach der deutschen Komödie „Leberkäseland“ spielen Sie nun in „Der Kroatien-Krimi“ Ihre zweite große Hauptrolle.

Neda Rahmanian: Ja. Als die Zusage für die Branka Maric kam, habe ich mich sehr gefreut. Vor allem weil es eine große Aufgabe ist, zwei 90-Minüter über zweieinhalb Monate lang parallel zu drehen.

Branka Maric muss sich in einer absoluten Männerdomäne behaupten. Wie gelingt ihr das?

Rahmanian: Mit viel Gelassenheit und einer großen Portion Vertrauen. Sie weiß um ihre beruflichen Qualitäten, nimmt kein Blatt vor den Mund, ist unverfroren und risikobereit. Das funktioniert einwandfrei in der männerdominierten Welt. Und wenn sie Lust hat, geht sie auch im Lederrock und auf High Heels ins Kommissariat.

Was war die größte Herausforderung an der Rolle?

Rahmanian: Die größte Herausforderung waren tatsächlich die Unterwasseraufnahmen. Ich hatte einen Tauchlehrer, mit dem ich trainieren durfte. Ich wusste nicht, dass ich so lange die Luft anhalten kann.

Wie haben Sie sich auf die Rolle vorbereitet?

Rahmanian: Neben meinen eigenen Vorbereitungen über dem Drehbuch konnte ich mich mit einer echten kroatischen Kommissarin austauschen. Ich wollte erfahren, was der Beruf mit einem macht, welche Gedanken man am Abend hat, wenn man tagsüber vielleicht drei Leichen gesehen hat.

Im Film hatten Sie aber wahrscheinlich nur mit gespielten Leichen zu tun?

Rahmanian: Richtig.

Die Dreharbeiten fanden in Kroatien statt. Wie war die Zusammenarbeit mit den kroatischen Kollegen?

Rahmanian: Die haben das ganz hervorragend gemacht. Sie mussten ihre Texte auf Deutsch lernen, obwohl sie größtenteils kein Deutsch gesprochen haben. Ich habe selbst schon die Erfahrung gemacht, Sätze in einer Sprache sprechen zu müssen, die ich nicht beherrsche. Das ist wirklich harte Arbeit.

Im Krimi spielen Sie einen Freigeist, der nicht nur im Leben, sondern auch in der Liebe seinen eigenen Wege geht und einen Freund und einen Liebhaber hat. Wäre das auch im Privatleben denkbar?

Rahmanian: Ich glaube, denkbar ist es für viele Menschen, ist ja auch nicht so etwas Exotisches. Was meine private Haltung dazu angeht, die lasse ich jetzt mal außen vor.

Sie haben Ihre Schauspielausbildung an der Rostocker HMT gemacht.

Rahmanian: Ja, das war eine ganz besondere und intensive Zeit, die mich sehr geprägt hat. Ich bin der Schule immer noch verbunden und arbeite einmal im Jahr als Gastdozentin mit den Rostocker Schauspielstudenten. Die Arbeit mit ihnen ist sehr bereichernd und bringt mir große Freude. Die Schule mit dem wunderschönen Kloster-Innenhof und die Ostseenähe – das ist ein kleiner Luxus.

Ihre Debütrolle war die „Antigone“ am Rostocker Volkstheater?

Rahmanian: Ja, das war meine erste große Rolle noch während der Studienzeit.

Hatten Sie Lampenfieber?

Rahmanian: Und wie. Und meine Eltern kamen zu spät zur Premiere, da ist mir mein Herz noch mal drei Etagen tiefer gerutscht. Das sind Momente, die vergisst man nie. All das ist mit Rostock verbunden – für mich ein Stück Zuhause.

Mit wem würden Sie gern mal vor der Kamera stehen?

Rahmanian: Wenn Sie mich so fragen, mit Meryl Streep (lacht). Aber ich habe das Vergnügen, im Herbst mit der Thekla Carola Wied drehen zu dürfen. Ich glaube, es kommt alles zur rechten Zeit mit den richtigen Menschen am richtigen Ort. Ich lasse mich überraschen, welche Menschen das sind.

Interview von Stefanie Büssing

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