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Kultur Rostocker Schüler singen für Gott und den Frieden
Nachrichten Kultur Rostocker Schüler singen für Gott und den Frieden
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00:00 25.05.2016

Rostock Lara, Lilith und Neo (7. Klasse) spielen Klavier, ebenso wie Clara (8. Klasse), die außerdem Querflöte lernt. Lukas (8. Klasse) spielt Gitarre. So ein Musikgymnasium ist eine coole Sache, finden die Schüler, denn an ihrem Musikgymnasium „Käthe Kollwitz“ in Rostock können sie neben dem normalen Unterricht auch ihr Instrument weiter lernen. Außerdem:

„Wir alle singen gern“, sagt Clara, und singen muss man hier viel – denn Chor ist Pflicht.

Wenn die drei siebten und zwei achten Musikklassen dieser Schule in der Aula als Chor zusammenklingen, rund 128 Stimmen im kleinen Saal, dann kommt Gänsehaut-Feeling auf: Wie sie unter Leitung ihres Musiklehrers Daniel Arnold Melodien (und damit auch die eigene Stimme) erkunden, wie sie Klangfarben gestalten, Vokale artikulieren, Intervalle ausfüllen. All das ist Vorübung, Vorgeschmack auf viel Größeres, das der Schülerchor gegenwärtig vorbereitet.

Mitte Juni stehen die Jugendlichen in den Nikolaikirchen von Rostock (11.6.) und Wismar (12.6.) im Mittelpunkt eines ungewöhnlichen Großprojekts. Das Benefizkonzert „Die Kindermesse“ mit Stücken von John Rutter (70) und Will Todd (46) bringt die fünf singenden Klassen mit dem Rostocker Chor Vocal Collegium, dem Landesjugendchor und einem Orchester aus Studenten der Hochschule für Musik und Theater zusammen. Dann sorgen rund 230 Musiker für opulenten Klang. Im Zentrum der Aufführung steht John Rutters große „Mass of the Children“ (Kindermesse), dazu gibt’s einige kleinere Stücke von Rutter und Will Todd. Und weil beide herausragende britische Chor- und Kirchenkomponisten sind, übernahm Großbritanniens Botschafter in Deutschland, Sir Sebastian Wood, die Schirmherrschaft über das Projekt.

Auch für die Rostocker Schüler ist diese Dimension neu. Früher hätten sie sich mehr mit Pop beschäftigt, sagen sie. „Jetzt singen wir zum ersten Mal Klassik.“ Clara erinnert sich an das Großprojekt des vergangenen Jahres: Da haben die siebten und achten Klassen das Musical „Sister Act“ in der Schule aufgeführt, dann damit in der HMT und noch in einem Autohaus gastiert. „Es war toll“, sagt Lukas stolz, er hat damals mitgewirkt.

Jetzt also neue Erfahrungen mit bedeutender Chormusik. Damit begonnen haben sie im fünftägigen Chorlager im November. Damals haben sie die kleineren „Nebenstücke“ des Konzerts einstudiert. Harte, aber auch schöne Arbeit war das, sagen sie, mehr als acht Stunden täglich singen (mit Pausen), am Abend war man dann heiser.

In den Liedern gehe es meist um Gesänge, die den Herrn preisen, erzählen die jungen Sänger, die Messe verlaufe etwa wie ein Gottesdienst, wissen sie aus eigener Erfahrung mit der Kirche. Daniel Arnold, der Leiter des Projekts, betont noch einen weiteren Gesichtspunkt: „Rutter setzt mit seiner ,Mass of the Children’ starke Akzente auf die Erringung des Friedens in der Welt.“ Dieses Anliegen habe angesichts verheerender Kriege im Nahen Osten und Millionen entwurzelter Menschen heute drängende Aktualität bekommen.

Deshalb geht der Erlös des Benefizkonzerts an musikerzieherische Projekte in MV, die das gemeinsame Musizieren von Flüchtlingskindern mit gleichaltrigen Deutschen ermöglichen, in Rostock an das integrative Projekt „Musik Oase“ der Carl Orff Weltmusikschule.

Für den Schulchor beginnt jetzt bald die heiße Phase: Am 4. Juni proben die beteiligten Klangkörper, die bisher getrennt ihre Stücke bzw. Parts geübt haben, erstmals gemeinsam. Und was Lieblingsstücke betrifft, da haben die Schüler so ihre Favoriten – von Will Todd: „The Lord is my Sheperd“ und „The Call of Wisdom“ – ein Chorwerk, das Todd 2012 im Auftrag zum Diamantenen Thronjubiläum von Elisabeth II. komponiert hatte.

Aufführungen: 11. Juni Rostock, 12. Juni Wismar, jeweils 18.00 Uhr in der Nikolaikirche, Einlass jeweils 17.00 Uhr. Karten im OZ-Service-Center

Dietrich Pätzold

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