Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Kultur Rothko, Pollock und Zeitgenossen in London zur Schau
Nachrichten Kultur Rothko, Pollock und Zeitgenossen in London zur Schau
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:20 24.09.2016
Anzeige

London (dpa) – Mark Rothko, Jackson Pollock, Willem de Kooning und Franz Kline zählen zu den Künstlern der „New Yorker Schule“, die nach dem Zweiten Weltkrieg mit ihrem radikalen Ansatz alle Konventionen der Malerei auf den Kopf stellten.

Die schiere Größe ihrer Leinwände, Farbdynamik, Farbfeldmalerei und Action painting markierten eine Zäsur in der Entwicklung der modernen Kunst. Heute sind ihre Werke höchst begehrt. In einer neuen Ausstellung will die Royal Academy (RA) in London die Bewegung des Abstrakten Expressionismus „im Kontext des 21. Jahrhunderts“ neu bewerten.

Dazu hat die Galerie rund 150 Werke – überwiegend aus US-Museen - zusammengetragen. Mehr als zwei Dutzend Künstler sind in der umfassenden Schau vertreten, die an diesem Samstag (24. September) eröffnet wird. „Es ist eine Ausstellung ikonischer Werke, wie es sie zu unseren Lebzeiten wohl kaum noch einmal geben wird“, sagte David Anfam, international renommierter Experte für den Abstrakten Expressionismus und Hauptkurator der Schau in London.

Ziel der nach Themenbereichen unterteilten Ausstellung ist es, die Breite und Vielfalt der Bewegung unter die Lupe zu nehmen. Während Soloschauen der einzelnen Künstler in der jüngsten Vergangenheit keine Seltenheit waren, stellt die RA sie jetzt als eine „hochkomplexe Bewegung“ vor, die weit über New York hinausging und sich über ganz Amerika erstreckte. Bisherige Kategorisierungen ihrer Werke werden als „simplistisch“ bewertet, ohne den „tieferen Bindungen“ zwischen ihnen genügend Aufmerksamkeit zu widmen.

„Als eine Bewegung gaben sie sich selbst nie einen Namen, aber sozial, politisch und kulturell teilten sie ähnliche Erfahrungen und waren eng miteinander verbunden“, sagte Ko-Kuratorin Edith Devaney der Deutschen Presse-Agentur. Weltkriege, Wirtschaftskrise, Angst vor einem Atomschlag und die „Furcht, dass die Welt außer Kontrolle gerät“, prägten ihre Werke. Zu einer Zeit, als sich das „künstlerische Zentrum von Paris nach New York“ verlagerte, gaben Künstler europäischer Abstammung der Bewegung „Sensibilität.“ Die Werke des Abstrakten Expressionismus seien „noch heute so mächtig, frisch und radikal“ wie in den 1940er und 1950er Jahren, sagte Devaney.

Die Ausstellung in 12 Räumen bietet Gelegenheit, außer den großen Namen auch viele der weniger bekannten Vertreter der Bewegung kennenzulernen. Rothko, Pollock und de Kooning wird jeweils eine eigene Galerie gewidmet. Ihre Beziehung - und gegenseitige  Beeinflussung - zu Künstlern wie Arshile Gorky, Barnett Newman, Ad Reinhardt, Helen Frankenthaler, Robert Motherwell oder Joan Mitchell wird untersucht. Ein ganzer Raum wird auch dem „Außenseiter“ Clyfford Still gewidmet, der Rothko und Pollock maßgeblich beeinflusste. Ein Dutzend seiner Gemälde wurden aus dem Clyfford Still Museum in Denver nach London gebracht, das 95 Prozent seiner Werke besitzt.

Rothko, der in seinen rechteckigen Farbblöcken „Fassaden“ sieht, „die zugleich enthüllen und verdecken“, dominiert in der großen Rotunde des Museums. „Er ist das Herzstück der Schau. Er hat die Sprache der Gefühle in abstrakte Form gebracht“, sagte Anfam.

Besonders stolz ist die Royal Academy auf die Gegenüberstellung von zwei markanten Pollock-Werken: Dem 1943 von Peggy Guggenheim in Auftrag gegebenen Riesengemälde „Mural“ mit seinem 1952 geschaffenen Werk „Blue Poles“ - eine seltene Leihgabe der Australischen Nationalgalerie in Canberra. „Die abstrakte Malerei zwingt zur Konfrontation“, wird Pollock zitiert.

Mehr zum Thema

Das Centre Pompidou startet seine Jubiläumssaison mit einer René-Magritte-Schau. Gezeigt werden ein kaum behandeltes Thema und unbekannte Werke. Zuletzt war der Meister der Täuschungen vor 36 Jahren dort zu sehen.

22.09.2016

Eine Toreinfahrt in Düsseldorf wurde ab 1967 zur internationalen Schaltstelle für neue Kunst. Der Galerist Konrad Fischer machte von dort aus Konzeptkunst und Minimal Art berühmt. Nun sind seine wichtigsten Werke in die Kunstsammlung NRW eingezogen.

23.09.2016

64 ausgesuchte Bilder aus der Kunstsammlung Bührle stehen bis Januar Werken aus dem Bestand des Wallraf-Richartz-Museums gegenüber.

23.09.2016
Kultur Herfurth und Mücke im Doppelinterview - Können Sie überhaupt romantisch sein?

Handy? Haben Sie immer dabei, aber manchmal auch ausgeschaltet. SMS? Können romantisch sein, müssen es aber nicht: Karoline Herfurth und Friedrich Mücke sind derzeit auf Tour quer durch Deutschland, um ihren neuen Film „SMS für Dich“ zu promoten.

23.09.2016
Kultur Neues Buch von J.K. Rowling - Harry Potter zaubert wieder auf Deutsch

Das Warten hat ein Ende: Ab Sonnabend gibt es „Harry Potter und das verwunschene Kind“ endlich auf Deutsch. Um Punkt 0.01 Uhr startet der Verkauf – einige Buchhandlungen öffnen dafür bereits um Mitternacht.

23.09.2016

Die goldene Oscar-Figur ist für manch aufstrebenden Filmemacher ein Lebenstraum. Alex Schaad hat ihn sich in kleinerer Form nun schon erfüllt: Er gewinnt die goldene Statuette für Nachwuchs-Talente.

23.09.2016
Anzeige