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Rückblick auf ein Jahrhundert Kunst in Deutschland

Berlin Rückblick auf ein Jahrhundert Kunst in Deutschland

Berliner Millenniums-Ausstellung öffnet am Sonnabend

Berlin. Die Berliner Nationalgalerie stellt sich am Ende des Jahrhunderts dem Wagnis einer opulenten Millennium-Kunstschau. Unter dem Motto „Das XX. Jahrhundert Ein Jahrhundert Kunst in Deutschland“ soll es weniger um einen enzyklopädischen Überblick mit bekannten Namen als um neue Blickachsen gehen, versprechen die Kuratoren. Der Rückblick beschränkt sich nicht auf deutsche Kunst, sondern lenkt die Aufmerksamkeit auf Deutschland als Transitland internationaler Künstler.

Vom frischgekürten Generaldirektor der Berliner Staatlichen Museen und neuen Chef der Nationalgalerie, Peter-Klaus Schuster, der nach kurzem Zwischenspiel in München seit August wieder in Berlin ist, wird ein Meisterstück erwartet. Bisherige Ausstellungen des 56-Jährigen in Berlin, egal ob zu Max Liebermann, Adolph Menzel oder Lovis Corinth, boten viel fürs Auge. Für die Jahrhundert-Bilanz öffnen ab Samstag insgesamt sechs Häuser.

In den Ausstellungs-Marathon ist die ganze Fülle der Künste einbezogen: Malerei, Skulptur, Zeichnung und Fotografie, Buch- und Medienkunst, Design und Architektur bis hin zu Theater, Film, Musik und Tanz. Kunstkenner schwärmen schon vom größten Kunstereignis dieses Jahres in Deutschland. Drei Aspekte jeweils an einem Ort konzentriert werden thematisiert: „Die Gewalt der Kunst“ im Alten Museum, „Geist und Materie“ in der Neuen Nationalgalerie am Kulturforum sowie „Collage und Montage“ im Museum der Gegenwart im Hamburger Bahnhof.

Eine Ausweitung erfährt das ehrgeizige, in Kooperation mit der Bayerischen Staatsgemäldesammlung realisierte Vorhaben durch zusätzliche Ausstellungen des Kupferstichkabinetts, des Kunstgewerbemuseums und der Kunstbibliothek. Beispiele von Jahrhundert-Architektur werden bei Bus- oder Fahrrad-Touren vorgestellt. 50 architektonische Brennpunkte der alten und neuen Hauptstadt wurden ins Visier genommen.

Rund 500 Leihgeber aus dem In- und Ausland wurden bemüht. Zu den ausgewählten Jahrhundert-Künstlern zählen unter anderem Max Beckmann, Lovis Corinth, Wassily Kandinsky, die „Brücke“-Maler, Franz Marc, Kasimir Malewitsch, Yves Klein, Joseph Beuys, Georg Baselitz, Sigmar Polke, Anselm Kiefer, A.R. Penck, Rebecca Horn, Gerhard Merz, Christian Boltanski sowie die Pioniere der Videokunst Nam June Paik und Wolf Vostell. Auch ostdeutsche Künstler wie Werner Tübke und Bernhard Heisig fanden Aufnahme.

Schusters Auswahlprinzip lautet: „Was immer in Deutschland an Kunst wahrgenommen wurde und Wirkung hatte, ist Gegenstand.“ Bei der Beweisführung wird auch Nazi-Propaganda-Kunst nicht ausgeklammert. In keinem anderem Land sei der Kunst so viel Überzeugungskraft zugetraut worden wie in Deutschland, sagt Schuster. Nirgends aber wurde diese Macht auch so gefürchtet.

Bereits die erste, 1906 organisierte Jahrhundert-Ausstellung der Berliner Nationalgalerie schrieb Kunstgeschichte. Mit ihr wurden bis heute verbindliche Maßstäbe deutscher Kunst im 19. Jahrhundert formuliert. Das traditionsreiche Haus der Nationalgalerie auf der Museumsinsel selbst bleibt dieses Mal aber geschlossen. Erst 2001 sind die dringenden Sanierungsarbeiten abgeschlossen.



IRMA WEINREICH

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