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„Rückkehr nach Montauk“ auf der Berlinale

Wettbewerb „Rückkehr nach Montauk“ auf der Berlinale

Kein Land schickt in diesem Jahr so viele Bären-Kandidaten in den Berlinale-Wettbewerb wie der Gastgeber Deutschland. Als dritter und letzter Bären-Kandidat startet Oscar-Preisträger Volker Schlöndorff.

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Regisseur Volker Schlöndorf und die Schauspielerin Susanne Wolff.

Quelle: Jens Kalaene

Berlin. Oscar-Preisträger Volker Schlöndorff ist am Mittwoch als dritter und letzter Deutscher auf Bären-Jagd gegangen. Der  77-jährige Schlöndorff („Die Blechtrommel“, „Diplomatie“) zeigte sein Liebesdrama „Rückkehr nach Montauk“ im Berlinale-Wettbewerb.

Mit Nina Hoss („Phoenix“) und Stellan Skarsgard (Nymphomaniac“) in den Hauptrollen erzählt der Film von einer bitter-süßen Liebe und dem Schmerz der Erinnerungen. Schlöndorffs Film ist eine Hommage an Max Frischs Erzählung „Montauk“.

Skarsgard spielt den Schriftsteller Max Zorn, der in New York sein neues Buch vorstellen will. Sein Roman handelt vom Scheitern einer großen Liebe. In New York trifft der Autor auch Rebecca (Nina Hoss) wieder, mit der ihn die Erinnerung an eben so eine gescheiterte Liebe verbindet. Max fragt sich, ob die einst gelebten Gefühle vielleicht eine neue Zukunft haben könnten. Das Berlinale-Publikum nahm „Rückkehr nach Montauk“ in einer ersten Pressevorstellung mit großer Anerkennung auf - vor allem die starken Schauspieler überzeugten die Zuschauer.

Schlöndorff widmet sich nach seinem Film „Homo Faber“ erneut einem Werk seines Schweizer Freundes Max Frisch (1911-1991). „Das war ein ewiges Projekt. Es fing vor fast zehn Jahren an, als ich angeboten bekam, "Montauk" von Max Frisch zu verfilmen“, sagt Schlöndoff im Interview der Deutschen Presse-Agentur. „Ich kannte das Buch aus der Zeit, als ich seinen Roman "Homo Faber" gemacht habe. Ich wusste, das geht nicht“, so der Regisseur. „Es ist ja eine sehr persönliche Geschichte, die Liebesbeziehung zwischen Max Frisch und Ingeborg Bachmann. Das kann man nicht machen. Wie soll man das besetzen?“

Dann aber habe er gedacht: „Wie wär's, wenn ich eine eigene Geschichte schreiben würde, angelehnt an die gleiche Situation?“, erzählt Schlöndorff. „Der irische Autor Colm Tóibín, mit dem ich befreundet bin, hat mir dann als eine Art Hebamme geholfen, die Geschichte zu Papier zu bringen.“

Dennoch konnte Schlöndorff lange keinen Produzenten finden. Kurz vor der Ziellinie habe er die Finanzierung noch nicht zusammengehabt. „Dann traf ich irgendwie zufällig Til Schweiger und erzählte ihm davon. Und er sagte mir, ohne dass wir uns kannten, per Handschlag zu: Du hast Deine Finanzierung.“

Vor Schlöndorff waren bereits die Deutschen Andres Veiel mit „Beuys“ und Thomas Arslan mit „Helle Nächte“ im Bären-Rennen gestartet. Insgesamt 18 Filme aus aller Welt konkurrieren um die Berlinale-Trophäen.

Als zweiter Wettbewerbsbeitrag stand am Mittwoch das Familiendrama „Colo“ von Teresa Villaverde („Am Ende einer Kindheit“) aus Portugal auf dem Programm. Die Wirtschaftskrise verändert in dem Film unmerklich, aber unaufhaltsam das Leben einer Mittelstands-Familie. Der Vater ist arbeitlos, die Mutter macht Doppelschichten, und die Teenager-Tochter hat ein Geheimnis, das sie mit ihren Eltern nicht teilt. Die Lage scheint fast aussichtlos - kein Film mit Happyend.

Filme aus China, Südkorea, Brasilien und Rumänien werden noch ins Bären-Rennen gehen. Am Samstagabend gibt die Jury unter Vorsitz des niederländischen Regisseurs Paul Verhoeven dann die Gewinner des Goldenen und der Silbernen Bären bekannt.

dpa

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