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Kultur Rügener Galerie Rotklee zeigt künstlerische Sehnsuchtsorte
Nachrichten Kultur Rügener Galerie Rotklee zeigt künstlerische Sehnsuchtsorte
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00:08 13.06.2018
Putbus

„Böhmen liegt am Meer“ – diesem Motiv der deutschen Literatur, das auf William Shakespeare zurückgeht und von Schriftstellern wie Ingeborg Bachmann, Hans Magnus Enzensberger und Franz Fühmann aufgegriffen und gern als Projektionsfläche eines utopischen Idealzustandes verwendet wird, widmet sich die aktuelle Ausstellung in der Galerie Rotklee.

Galeristen-Trio vom Atelier

Rotklee: Walter G. Goes, Frank Otto Sperlich und Günther Haußmann (v.l.) vor der Arbeit „Avenidas“.

FOTO:

LILIENTHAL

„Die Frage, wo das eigene Böhmen der Sehnsüchte, der Freiheit und der Schönheit liegt, muss letztlich jeder selbst beantworten“, sagt Frank Otto Sperlich. Der Einladung, dieses Thema künstlerisch umzusetzen, sind neben dem Galeristentrio um Sperlich, Walter G. Goes und Günther Haussmann weitere 14 Künstler gefolgt: Egon Arnold, Klaus Böllhoff, Inga Carriere, Petra Feyerherd, Francoise Girouy, Rainer Görß, Detlef Günther, Jorinde Gustavs, Heidrun Kratzsch, Mario Kusel, Matthias Langer, Esther Rappsilber, Ursula Stroedicke und Hanns Studer. Dabei ist ein interessanter Mix verschiedener Techniken entstanden, der von Malerei über Collage, Plastik und Objektkunst bis hin zur Fotografie reicht.

Sperlich hat das Bachmann-Gedicht visualisiert, in Textform, aber auch als Gemälde, auf dem einzelne Elemente aus dem Text dargestellt sind: grüne Häuser, Brücken, Seeleute und Schiffe. Als Antagonismus zu Böhmen am Meer hat Sperlich ein Schiff auf Rädern geschaffen. Auch Hermine Traugott, eine Sudetendeutsche aus Franz Fühmanns Erzählung „Böhmen liegt am Meer“, die ihre Heimat verlassen musste, hat Sperlich in seinen Gemälden verarbeitet. „Das Umsiedlungstrauma ist auch ein Trauma meiner Familie“, verrät er. Der Maler Egon Arnold zeigt Kreidezeichnungen mit Böhmischem Glas, Künstler Matthias Langer widmet sich mit seiner platingrauen Acrylarbeit auf Leinwand dem Oxymoron „Unsichtbare Sichtbarkeit“. Mit dem „Bachmann-Fuß I und II“ hat Walter Goes unter anderem zwei Objekte zum Thema geschaffen, die mit verschiedenen Aspekten des Lebens von Ingeborg Bachmann gespickt sind.

Dass Mario Kusels Böhmen an der Ostsee liegt, zeigt der Binzer Künstler nicht nur visuell sondern auch akustisch, indem er seine Arbeit mit Möwengeschrei untermalt, das dazu abgespielt wird.

In eine andere Richtung geht die Installation von Günther Haussmann, eine weibliche Aluminiumskulptur, die zwischen zwei Bilderrahmen steht. Inspiriert hat ihn das umstrittene Eugen-Gomringer-Gedicht „Avenidas“. „In meinem Böhmen muss ich eine Frau auf einen Sockel heben und ihre Schönheit bewundern dürfen, ohne gleich dem Verdacht von Sexismus ausgesetzt zu sein“, erklärt Haussmann.

Stefanie Büssing „Böhmen liegt am Meer“: bis zum 29. Juli; Markt 10, Putbus; donnerstags bis sonntags von 13 bis 18 Uhr

OZ

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