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Ruhrtriennale präsentiert Feuerwerk der Avantgarde-Kunst

Duisburg Ruhrtriennale präsentiert Feuerwerk der Avantgarde-Kunst

Mit spektakulären Uraufführungen und grenzüberschreitender Kunst der internationalen Theater-, Musik- und Tanzavantgarde startet Heiner Goebbels seine zweite Saison als Intendant der Ruhrtriennale.

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Heiner Goebbels stellt das Programm für die kommende Ruhrtrienale vor. Foto: Daniel Naupold

Duisburg. Von Robert Wilson über die Theatergruppe Rimini Protokoll bis zur Trip-Hop-Band Massive Attack sind vom 23. August bis 6. Oktober auf ehemaligen Zechen und Industriehallen im Ruhrgebiet wieder experimentelle Theater-, Tanz- und Musikkreationen zu sehen. „Das Interdisziplinäre interessiert uns mehr denn je“, sagte Goebbels am Mittwoch in Duisburg. Es sei schwierig, die Künstler in bestimmte Gattungen einzuordnen.

Die Ruhrtriennale zählt zu den bedeutendsten europäischen Kunstfestivals. Eröffnet wird sie am 23. August in der Bochumer Jahrhunderthalle mit der europäischen Erstaufführung des Werks „Delusion of the Fury“ des selten gespielten amerikanischen Komponisten Harry Partch (1901-1974). Für die Inszenierung von Goebbels werden von Partch eigens erfundene Instrumente etwa aus Glühbirnen nachgebaut.

150 Veranstaltungen - darunter 20 Ur- oder Erstaufführungen - mit mehr als 800 Künstlern zeigen quer durch das Ruhrgebiet einen Querschnitt der internationalen Kunst-Avantgarde. Dabei sind ungewöhnliche Kooperationen typisch für das Programm.

So inszeniert Theatermacher Robert Wilson die Oper „Das Mädchen mit den Schwefelhölzern“ von Helmut Lachenmann mit der Schauspielerin Angela Winkler und dem Sinfonieorchester des Hessischen Rundfunks. Die britische Kultband Massive Attack hat Ende August im Duisburger Landschaftspark ihre einzigen drei Auftritte in diesem Jahr in Deutschland - in einer Show des britischen Dokumentarfilmemachers Adam Curtis. Bandgründer Robert del Naja beschreibt das mit dokumentarischem Filmmaterial über Terrorakte unterlegte Konzert als „kollektive Halluzination“.

Der Choreograph Boris Charmatz und 24 Tänzer treten wieder in der Halde Haniel in Bottrop auf. Das preisgekrönte Theaterkollektiv Rimini Protokoll und andere Gruppen verweben Performance und Installation. Rimini Protokoll hat ein Haus gebaut, in das die Zuschauer hineingehen können. In den Zimmern hören sie Aufnahmen von 20 Menschen über ihre Erfahrungen mit Krieg und Waffen.

Die installative Kunst bekommt großen Raum bei der Ruhrtriennale. Eine audiovisuelle Installation des japanischen Komponisten und bildenden Künstlers Ryoji Ikeda ist in der Duisburger Kraftzentrale zu begehen. Choreograph William Forsythe bespielt mit Installationen und Performances das Museum Folkwang in Essen, und ein begehbarer Wasserturm wird gebaut. „Wir wollen die Zuschauer ins Zentrum rücken, nicht von der Bühne herunterspielen“, sagte Goebbels.

Goebbels leitet die Ruhrtriennale noch bis 2014. Im ersten Jahr unter seiner Leitung hatte das experimentelle Festival 50 000 Besucher angelockt. Die Intendanz wechselt alle drei Jahre.

 

Ruhrtriennale

 

dpa

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