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Kultur Runge-Stadt inspiriert Mal-Talente
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01:26 14.07.2018
Verwerten in ihrem Kunstprojekt Müll: Katharina Deisel (14/l.) aus Röbel und Maria Oppermann (14) aus Bollewick.
Wolgast

Der imposanten Petri-Kirche würdigt Elgin Kuhnert keines Blickes. Sie starrt auf ihr Bild, bewegt langsam den Pinsel und verharrt einen Moment – eine 15-Jährige beim Malen. Die Stralsunderin hat sich als Motiv für Marlene Dietrich entschieden. „Sie ist eine Ikone ihrer Zeit“, sagt die Schülerin des Hansa-Gymnasiums, die sich für den heutigen Kurs „Art Deco“

50 Kinder und Jugendliche aus MV können sich zwei Wochen lang im Wolgaster „Hunderthaus“ ausprobieren. Organisiert wird das vom Verein „Sommerkurs Ostseeküste“.

eingetragen hat.

Sie ist nicht allein auf dem Hof der Wolgaster Jugendherberge „Hunderthaus“ am Oberwall. Mit ihr können sich weitere 50 Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 18 Jahren aus Mecklenburg-Vorpommern zwei Wochen lang in Wolgast künstlerisch ausprobieren. Im Rahmen der traditionellen Kurse des Vereins Künstlerischer Sommerkurs Ostseeküste (KSK) – „das ist der 46. Kurs“, wie Kunsterzieher Uwe Münchow betont. Der 71-Jährige betreut das Projekt mit weiteren Pädagogen. Er zählt zu den Gründungsmitgliedern der Initiative, die 1973 entstand. Als „intensive Weiterbildung“ bewertet Münchow die Kurse für sich selbst. Sie seien kein übliches Feriencamp. Die Teilnehmer würden von den Kunsterzieherinnen der Schulen geschickt. Sie kommen von Usedom, Greifswald, Stralsund, Schwerin und Röbel.

Oder aus Bollewick, wie Maria Oppermann. Die 14-Jährige hat sich für abstrakte Kunst entschieden. Sie verwertet Müll, um daraus Kunst zu machen. „Ich finde den Kurs so toll, weil er so vielfältig ist“, sagt sie. Gestern wandelte sie auf den Spuren von Philipp Otto Runge, einem Sohn der Herzogstadt Wolgast. Bei dem Projekt „Spielkarten nach Runge“ entwarf sie ein eigenes Blatt. „Bube, Dame und König waren bei mir Kinder. Es müssen ja nicht immer Erwachsene sein.“

Hinter dem Zelt hat sich Alin Lipka aus Heringsdorf ein schattiges Plätzchen gesucht. Die 14-jährige Schülerin des Greifswalder Humboldt-Gymnasiums ist das zweite Mal bei dem Kurs dabei. „Man hat hier die künstlerische Freiheit und kann sich ausprobieren. Das finde ich so gut.“ Nach ihrem Abitur würde sie gerne im künstlerischen Bereich arbeiten. Viele, die bei den Sommerkursen dabei waren, haben es bereits so praktiziert, wie Uwe Münchow weiß. „Über 100 Absolventen dürften es in der gesamten Zeit schon gewesen sein“, so der Kunsterzieher, der immer wieder staunt, welche Talente dabei sind. Dass nach dem sechs- bis achtstündigem Maltag täglich um 19.30 Uhr noch eine Präsentation aller Werke des Tages wartet, bewertet Münchow als gute Schule fürs Leben. „Jeder stellt seine Arbeit vor, lernt frei zu sprechen. Das stärkt das Selbstbewusstsein und den Blick für die anderen Kunstrichtungen.“ Dass der Sommerkurs diesmal unter dem Titel „Da geht die Post ab“ steht, habe mit dem Gastgeber zu tun, der in Wolgast das Postel betreibt. Stichwort Gastgeber: Kirche, Rathaus, Museen, Runge – all das sind Themen, die in den zwei Wochen ebenfalls eine Rolle spielen. Genauso wie Anfangs auch der Verkehr auf der Oberwall – der An- und Abfahrt zur Insel Usedom. „Beim Malen wird der Verkehrslärm ausgeblendet. Ich habe den Schülern gesagt, dass sie das mit dem Rauschen des Meeres vergleichen sollen“, sagt Uwe Münchow.

Info: Viele Arbeiten, die in den zwei Wochen entstehen, werden vom 20. Juli bis 18. August im Wolgaster Rathaus ausgestellt. Die Vernissage findet am 20.7. um 14.30 Uhr

statt. Die Wanderausstellung zieht anschließend durchs Land.

Henrik Nitzsche

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