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Russischer Buchhandel kämpft gegen Raubkopien im Internet

Gefahr für Nationalliteratur Russischer Buchhandel kämpft gegen Raubkopien im Internet

In Russlands Weiten reisen Bücher am schnellsten per Internet. Doch nur ein Bruchteil davon wird legal verkauft. Die Leidtragenden: Verlage, Buchhandel und die Schriftsteller.

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Der Verleger Oleg Nowikow macht sich Sorgen um den russischen Buchhandel. 

Quelle: Friedemann Kohler

Moskau. Für den Buchhandel in Russland ist die Piraterie im Internet das größte Problem. Durch illegale Downloads von Büchern verliere die Branche etwa ein Fünftel ihres potenziellen Umsatzes.

Das sagte Oleg Nowikow, Chef der größten russischen Verlagsgruppe Eksmo/AST, der Deutschen Presse-Agentur in Moskau. „99 Prozent aller Downloads sind Raubkopien.“

Der Verleger sieht dies als „tödliche Gefahr für unsere Nationalliteratur“. Für ausländische Autoren seien die Erlöse auf dem russischen Markt vielleicht nicht entscheidend. „Aber unsere russischen Schriftsteller leben davon, und deren Einkommen sind in den letzten drei Jahren gesunken.“

Nowikow gehört zur Leitung des russischen Buchverbandes. Nach seinen Angaben setzt die Branche jährlich etwa 70 Milliarden Rubel (1,03 Milliarden Euro) um. Das würde einen Schaden von etwa 200 Millionen Euro durch die Piraterie bedeuten.

Zum Glück habe Russland seine Gesetze mittlerweile verschärft, sagte der Verleger. „Sie sind aber noch immer nicht so streng wie in Deutschland.“ Nur Verbreiter illegaler Inhalte könnten belangt werden, jedoch nicht die Nutzer. „Aber jetzt gibt es immerhin die Möglichkeit, solche Websites zu blockieren.“

Wegen der Größe Russlands und der teuren Lieferwege für gedruckte Bücher sei das Internet als Vertriebsweg noch wichtiger als in Deutschland. Etwa ein Drittel der Bevölkerung lese deshalb E-Books. „Das ist ähnlich viel wie in den USA“, sagte Nowikow.

Die Zahlen sind nicht ganz vergleichbar, aber in Deutschland hatten elektronische Bücher 2016 einen Marktanteil von 4,6 Prozent. Etwa zehn Millionen Menschen besitzen ein Lesegerät für E-Books.

Bei der Frankfurter Buchmesse (11. bis 15. Oktober) werde Eksmo/AST wie jedes Jahr mit einem großen Stand vertreten sein, sagte Nowikow. Die größten Diskussionen erwarte er in diesem Jahr zu einer stärkeren Leserbindung mit Hilfe sozialer Medien: „Wie kommen wir mit Hilfe des Internets dichter an unsere Leser heran?“

ZUR PERSON: Buch-Oligarch Oleg Nowikow, geboren 1968 in Moskau, ist eigentlich Ingenieur für Flugzeugtriebwerke. Er kam über einen Studentenjob ins Buchgeschäft, gründete 1993 seinen eigenen Verlag Eksmo. Die Firma wuchs dank der Welle russischer Krimiautorinnen wie Alexandra Marinina und Darja Donzowa. Seit der Übernahme des Konkurrenten AST 2012 ist Nowikows Verlagsgruppe die größte in Russland, weltweit liegt sie auf Platz 38 („Publisher's Weekly“). Einer seiner bestverkauften Autoren sei Erich Maria Remarque („Im Westen nichts Neues“), sagt Nowikow: „In Russland verkauft sich Remarque besser als Dan Brown.“

dpa

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