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Sachsen im Satire-Kreuzfeuer: Was ostdeutsche Künstler dazu sagen

Leipzig Sachsen im Satire-Kreuzfeuer: Was ostdeutsche Künstler dazu sagen

. Die fremdenfeindlichen Ausfälle seiner „besorgten Bürger“ haben Sachsen in Verruf gebracht und zur Zielscheibe bissiger Satire gemacht.

Leipzig. . Die fremdenfeindlichen Ausfälle seiner „besorgten Bürger“ haben Sachsen in Verruf gebracht und zur Zielscheibe bissiger Satire gemacht. Die Sendung „Extra3“ rief den Wettbewerb „Germany‘s next Top Mob“ aus. Die ZDF-„heute-show“ befragte einen gequält sächselnden Hauptkommissar Ronny Humboldt zum Stand der Ermittlung zur Flüchtlingsbus-Blockade in Clausnitz. Gut kommt das einst so stolze Bundesland dabei natürlich nicht weg.

„Satire ist richtig und wichtig“, sagt der Autor André Herrmann. „Wenn so was passiert, dann muss man das jetzt eben mal aushalten.“ Herrmann, groß geworden in Sachsen-Anhalt und Erfinder des Begriffs „Hypezig“ für Leipzig, lebt zwar inzwischen in Brüssel, ist aber Sachsen weiter verbunden. „Krass“ ist das Wort, das dem 29-Jährigen einfällt, wenn er die Zustände im Freistaat beschreiben soll.

Auch der Autor, Poetry-Slammer und Musiker Julius Fischer sagt, er beobachte die Geschehnisse mit Unverständnis. „Ich bin grundsätzlich so erzogen worden, dass man allem, was neu ist, mit Offenheit begegnet. Dass man Angst in Gewalt ausdrückt, dafür habe ich kein Verständnis. Angriffe auf Flüchtlingsheime lehne ich ab, egal was sie nun sein sollen — Meinungsäußerung oder tumbe Gewalt.“ Fischer, 1984 in Gera geboren, ist in Dresden aufgewachsen, lebt aber seit vielen Jahren in Leipzig.

Herrmann und Fischer stehen damit in einer Reihe jüngerer ostdeutscher Künstler, die sich gegen Fremdenhass und Gewalt, gegen Pegida und Legida wenden. Die Chemnitzer Band Kraftklub zum Beispiel beteiligte sich an den Antigida-Protesten. Die Band Silbermond nutzte den Auftakt ihrer Tour in Bautzen unmittelbar nach dem Brand einer geplanten Asylunterkunft Ende Februar für klare Worte. „In der Demokratie gibt es Regeln, dazu gehört auch, keine Häuser anzuzünden. Und wer sich daran nicht hält, ist falsch hier“, sagte Sängerin Stefanie Kloß in ihrer Heimatstadt.

Von Birgit Zimmermann

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