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Kultur „Safari“ – Die total verrückte Flirt-App
Nachrichten Kultur „Safari“ – Die total verrückte Flirt-App
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17:01 27.08.2018
Schwäbelnde Künstlerin: Auch Fanny (Friederike Kempter) ziehtes via App zu Liebe und Sex. Quelle: Foto: Concorde
Berlin

In der „Safari“-App können Flirtwillige Profile anlegen mit Fotos von sich und Informationen über ihre sexuellen Vorlieben. Wenn sich zwei per Klick ihre Zuneigung aussprechen - im Fachjargon: matchen - können sie chatten, sich treffen - und unmittelbar danach bewerten. In Sachen Sympathie und Sex. Für alle anderen Nutzer sichtbar.

Der Film erinnert an die Speed-Dating-Komödie „Shoppen“

Regisseur Rudi Gaul, der mit Friederike Klingholz das Drehbuch geschrieben hat, erzählt die Geschichte von acht Leuten als Episoden-Werk. Immer mal wieder lernen die Zuschauer Facetten der Persönlichkeiten kennen. Dann kreuzen sich deren Wege. Mal mehr, mal weniger absichtlich. Mal mehr, mal weniger App-unterstützt.

Das erinnert an den Film „Shoppen“, der vor mehr als zehn Jahren das Speed-Dating aufs Korn nahm und für dessen Produktion Richter mitverantwortlich zeichnete. „Safari“ ist eine Art zweiter Teil.

Sexszenen gibt es auch – in jugendfreien Varianten

Unter den Protagonisten sind Tramfahrer Harry (Justus von Dohnányi), der mit der Pseudoidentität eines Piloten Frauen in Hotelbetten verführt. Influencerin Lara (Elisa Schlott) proklamiert in den sozialen Netzwerken gerne ihre Enthaltsamkeit. Arif (Patrick Abozen) ist Verführungskünstler, David (Max Mauff) wartet mit 24 Jahren noch immer auf sein erstes Mal und die 50-jährige Mona (Juliane Köhler) lebt als Dauersingle in einer WG mit ihrer Tochter und würde gerne mal beim Sex gefesselt werden.

Auch Sexszenen zeigt der Film - in jugendfreien Varianten. Und manchmal recht realistisch-unbeholfen, wenn Mona beispielsweise mit dem alleinerziehenden Life im Auto schlafen will und - etwas uninspiriert - an unpassenden Stellen die Hupe ertönt.

Aus einem nicht ganz verständlichen Grund muss die Künstlerin Fanny (Friederike Kempter) schwäbeln. Das wirkt allerdings ganz lustig in einer ebenfalls klischeebehafteten Szene mit einem Wischmopp. Mit derlei Details gespickt werden die knapp 110 Minuten zur kurzweiligen Unterhaltung, die einige Zuschauer vielleicht über ihr eigenes Verhalten in der digitalen wie analogen Welt nachdenken lässt.

Von Marco Krefting

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