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22:22 03.02.2018
Rolf Zacher ist im Alter von 76 gestorben. Quelle: Robert Schlesinger
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Berlin

Seine Spanne reichte von Fassbinders „Berlin Alexanderplatz“ bis zum Dschungelcamp. Rolf Zacher hatte ein bekanntes Gesicht, er war ein Schauspieler, der von den Leuten auf der Straße angequatscht wurde.

Dunkle Haare, schwarze Brille, markante Nase. Dazu die rauchig-krächzende Stimme, die er Stars wie Nicolas Cage oder Robert De Niro lieh. Am Samstagmorgen ist Zacher im Alter von 76 Jahren gestorben.

Zacher war eine Type. In Interviews konnte er wahlweise charmant wie unausstehlich sein. Es machte ihm Spaß, Anekdoten und Sinnsprüche rauszuhauen. Eine Auswahl: „Ich bin ein Seelenfänger“, „Die Liebe beginnt erst, wenn der Egoismus besiegt ist“ oder „Ich will beim Dreh immer so gut sein wie ein Seiltänzer, der nur eine Chance hat.“

Seine Liste mit Filmen ist seitenlang. Im Alter, als die guten Fernsehrollen knapp geworden waren, sagte Zacher, er müsse nicht unbedingt arbeiten. Er habe sehr viel Geld in seinem Leben verdient und es mit seinem Opa gehalten: „Das Geld muss raus!“ Pleite sei er aber nie gewesen.

In einem „Tatort“ von 1978 („Der gelbe Unterrock“) spielte Zacher einen Gauner im Drogenmilieu. Eine typische Rolle. Zacher sei „der beste Kleinganove des deutschen Kinos“, schrieb ein Kritiker. Dazu Drogen und Knast im wahren Leben. Das passte zum Rebellenimage. „Überall wo man ist - man ist immer selbst schuld“, sagte Zacher.

Als Flüchtlingskind im Zweiten Weltkrieg in Berlin geboren, wuchs Zacher in Brandenburg auf. Getreu dem Motto „Lachen ist der Weg zum Leben“ hat sich der gelernte Bäcker von den Zeiten, in denen er sich als Barmixer, Sänger, Musiker oder Tänzer durchschlug, in die Welt der Film- und Fernsehstars hoch gearbeitet.

Seit Mitte der 60er Jahre spielte Zacher unter Regisseuren wie Ulrich Schamoni („Es“, 1965), Robert van Ackeren („Der letzte Schrei“, 1974; „Die Venusfalle“ 1988) oder Rainer Werner Fassbinder („Berlin Alexanderplatz“, 1980). Dabei machte er sich vor allem einen Namen als Darsteller von gebrochenen, skurrilen Charakteren und sozialen Randfiguren.

Den Bundesfilmpreis gab es für eine Gaunerrolle in Reinhard Hauffs „Endstation Freiheit“ (1980), so hieß auch seine Biografie. Vor Klamotten wie „Go Trabi Go 2“ schreckte Zacher in seiner Karriere nicht zurück. Zum Spätwerk zählten Oskar Roehlers „Tod den Hippies!! Es lebe der Punk“ und Doris Dörries „Die Friseuse“.

Zacher war vielseitig. Er lebte mal im Wohnmobil, drehte Kinderfilme und war Veganer. Musik war ihm wichtig. Fans wissen: Auch bei der Rockband Amon Düül II und im Punkmusical „Gabba Gabba Hey“ mischte er mit.

Im Januar 2016 zog er ins RTL-Dschungelcamp mit. Wie Helmut Berger und Winfried Glatzeder war Zacher einer von den alten Kandidaten, die ihren Platz in der Filmgeschichte haben, aber die Jüngere erstmal googeln müssen.

Er bereue nichts, sagte Zacher einmal, nur, dass er die Kindheit seiner 1972 geborenen Tochter aus einer Ehe mit Gisela Getty nicht mit erlebt habe. Kurz vor seinem 75. Geburtstag meinte er: „Ich habe wunderbar gelebt.“

dpa

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