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Schiller geht auf Tournee: „Das ist ein bisschen wie auf dem Schiff“

Schiller geht auf Tournee: „Das ist ein bisschen wie auf dem Schiff“

München Ein Schiller-Konzert ist ein spektakuläres Erlebnis – für Augen und Ohren. Das Musikprojekt steht für elektronischen Sound in Kombination mit einer bombastischen Lichtshow.

München Ein Schiller-Konzert ist ein spektakuläres Erlebnis – für Augen und Ohren. Das Musikprojekt steht für elektronischen Sound in Kombination mit einer bombastischen Lichtshow. Dahinter steht der Mitbegründer und heute alleinige Chef, Christopher von Deylen. Am 27. September geht er mit Schiller auf Tournee, schon ein Tag später gastiert er in Rostock.

Was ist das Besondere an Schiller-Konzerten?

Christopher von Deylen: Ein Schiller-Konzert ist ein Gesamterlebnis, bei dem der Visualisierung eine besondere Bedeutung zukommt. Das Licht ist sehr wichtig, deshalb arbeite ich bei dieser Tournee erstmals mit dem britischen Licht-Designer Vince Foster zusammen.

Erarbeiten Sie sich das Show-Konzept im Team oder ist das eher eine One-Man-Show?

von Deylen: Das ist im Prinzip eine One-Man-Show, auch wenn ich das selber so nicht ausdrücken würde. Aber die Keimzelle ist schon in meinem Kopf und in meinem Bauch. Im Hintergrund aber arbeitet ein richtig großes Team, insgesamt rund 50 Menschen.

Tourleben heißt: Im großen Nightliner-Bus durch die Lande reisen. Mögen Sie das?

von Deylen: Ich liebe das sogar, darauf freue mich schon sehr. Die einzige Wehmut, die ich spüre, ist, aus dem Nightliner wieder auszuziehen. Denn die Tour ist verhältnismäßig kurz. Mein Rekord liegt bei 50 Konzerten am Stück. Danach bin ich prompt aus meiner Berliner Wohnung ausgewandert, weil mir das Unterwegssein so gut gefällt. Man sollte sich aber mit Menschen umgeben, die man gern um sich hat. Denn der Rückzugsraum ist für jeden begrenzt. Jeder hat seine Koje. Das ist ein bisschen wie auf dem Schiff und es fühlt sich auch so an, wenn der Bus nachts in die nächste Stadt schwebt. Das schaukelt, da wird man in den Schlaf gewogen.

Nachts von Stadt zu Stadt, von Auftritt zu Auftritt – der Inbegriff des Rock’n’Roll-Lebens. Gehört die Party im Bus dazu?

von Deylen: Je nach Stimmung und Energie gehen wir dann gleich alle ins Fach – wie man so schön sagt –, also in unsere Koje. Oder wir sitzen noch zusammen, weil nach dem Konzert noch eine Prise Adrenalin übrig ist. Dann unterhalten wir uns und überlegen uns, was man beim nächsten Auftritt besser machen kann. Dann haben wir auch unsere DJ-Nächte, wo jeder seine Lieblingslieder über die Buslautsprecher spielt. Was ich auch sehr gern mache, ist, ganz früh morgens oder sehr spät abends nach vorn zum Busfahrer zu gehen. Neben dem Busfahrer gibt es einen ausklappbaren Stuhl. Da sitze ich dann öfter und schaue beim Gleiten durch die Landschaft zu. Manchmal fallen mir da die Augen zu, das hat ja auch etwas Kontemplatives.

Ein kontemplatives Element zeichnet auch Ihre Musik aus. Sie setzen Monotonie als Stilmittel ein.

von Deylen: Stimmt. Aber man muss sich das trauen. Positive Monotonie wirkt erst, wenn einem der gute Geschmack bereits zu mehr Abwechslung rät. Doch genau an diesem Punkt fängt die hypnotische Wirkung der Monotonie erst an. Interview: G. Matejka

OZ

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