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Kultur Nach Schimmelskandal: Zentraldepot für Kulturgüter
Nachrichten Kultur Nach Schimmelskandal: Zentraldepot für Kulturgüter
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00:21 05.05.2018
Das Zentraldepot in Stralsund in der ehemaligen Nachrichtenzentrale der DDR-Volksmarine. Quelle: Stefan Sauer
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Stralsund

Sechs Jahre nach dem Schimmelskandal im Stralsunder Stadtarchiv hat die Hansestadt nun ein modernes Zentraldepot für ihre Kulturschätze. Nach zwei Jahren Bauzeit ist am Freitag die zu einem Magazingebäude umgebaute ehemalige Nachrichtenzentrale der DDR-Volksmarine übergeben worden. Die Baukosten betragen nach Angaben der Stadt rund 4,8 Millionen Euro und wurden zu 75 Prozent aus Städtebaufördermitteln finanziert. In dem Gebäude sollen in den kommenden Monaten neben den Archivalien auch die Kunstschätze untergebracht werden, die nicht in Ausstellungen gezeigt werden.

In der neuen Schatzkammer der Stadt werde die Stralsunder Historie sicher für nachfolgende Generationen bewahrt, sagte Stralsunds Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU) zur Eröffnung.

Im Jahr 2012 hatte der Schimmelskandal im Johanniskloster, in dem die Bestände des Stadtarchivs untergebracht waren, für bundesweites Aufsehen gesorgt. Damals wurde bekannt, dass ein großer Teil der unter falschen klimatischen Bedingungen gelagerten Archivalien von Schimmel befallen war. Das Johanniskloster wurde geräumt. Die rund 120 000 Bücher des Archivbestands sind inzwischen gereinigt. Die Akten- und Urkundenreinigung ist noch nicht abgeschlossen. „Man sieht, die Stadt hat ihre Hausaufgaben gemacht“, so Badrow. Die neue Infrastruktur stehe.

Das neue Zentraldepot verfügt über 9000 laufende Regalmeter, ein Bildarchiv sowie einen Lagerraum für Großexponate. Alle Räume seien mit einem Lüftungssystem ausgestattet, das eine konstante Raumtemperatur von 18 Grad und eine relative Luftfeuchte von 50 Prozent gewährleisten soll. Aufgrund der bis zu einem Meter dicken Betonwände könne auf eine Klimaanlage verzichtet werden, hieß es. Zudem seien Überwachungssysteme installiert, die Schwankungen der Luftfeuchtigkeit oder einen Rohrbruch sofort meldeten.

Bis Ende des Jahres soll der Großteil des Archivbestandes eingeräumt sein. Wann Nutzer wieder Zugriff auf die Bestände haben, ließ die Stadtverwaltung offen. Dies hänge damit zusammen, wie die Arbeiten im Johanniskloster mit dem integrierten Lesesaal voranschritten. Das Zentraldepot hat keinen Lesesaal.

dpa/mv

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