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Schlawiner mit Charme: Henry Hübchen wird 70

Berlin Schlawiner mit Charme: Henry Hübchen wird 70

Zurzeit feiert der Schauspielstar einen Erfolg als Ex-Stasi-Spion in der Kino-Komödie „Kundschafter des Friedens“

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Henry Hübchen am 17. Januar 2017 in Berlin bei der Premiere der Agentenkomödie „Kundschafter des Friedens“.

Quelle: Foto: Maurizio Gambarini/dpa

Berlin. Seit seinem Debüt in dem 1965 gedrehten Defa-Indianerfilm „Die Söhne der großen Bärin“ gehört Henry Hübchen zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Schauspielern seiner Generation. Er fasziniert das Kino-Publikum gleichermaßen in erschütternden Dramen wie „Jakob, der Lügner“ (1974), dem einzigen Film aus der DDR, der je für einen Oscar nominiert wurde, und in turbulenten Komödien wie „Alles auf Zucker!“ (2004). Heute wird der Schauspieler 70.

Henry Hübchen besteht seit Jahren darauf, dass es nicht lohne, Geburtstage zu feiern. „Ich finde nicht, dass es ein Verdienst ist, älter zu werden“, hatte er bereits zu seinem 60. gesagt. „Das ist Biologie. Man kann sicher den Geburtstag feiern, aber man feiert damit gleichzeitig das Näherrücken des Todestages. Deshalb lasse ich das.“

In vielen seiner Rollen der vergangenen Jahre, zuletzt in der gerade in den Kinos laufenden Stasi-Komödie „Kundschafter des Friedens“, spielte er Männer mit einer ausgeprägten „Ost-Identität“. Er selbst lässt sich aber darauf nicht festlegen. Dazu hat er einmal gesagt: „Habe ich eine Ost-Identität? Weiß ich nicht. Das sollen andere entscheiden. Im Übrigen hab ich weit über die Hälfte meines Berufslebens im vereinigten Deutschland verbracht, und da meine größten Theater- und Filmerfolge gehabt.“

Seit mehr als einem halben Jahrhundert, nach dem Abschluss der Ausbildung an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Ost-Berlin, hat Henry Hübchen Erfolg. Dazu gehören auch der zweimalige Gewinn des Titels „DDR-Meister im Brettsegeln“ sowie sein Engagement als Texter für die Gruppe „City“. Von ihm stammt der Text zu „Casablanca“, einem der bekanntesten Songs der Band.

So exaltiert Henry Hübchen gern auf der Bühne oder vor der Kamera agiert, so zurückhaltend ist er, wenn es um sein Privatleben geht. Das schirmt er konsequent ab. In Interviews lässt er lediglich Stichworte wie „Lesen, das Boot, der Familien-Alltag in Berlin-Pankow“ fallen. Seine 1971 geborene Tochter Theresa Hübchen arbeitet seit mehr als zwanzig Jahren ebenfalls als Schauspielerin.

Fragt man Henry Hübchen nach seinen Wünschen, denkt er als erstes an seinen Beruf: „Ich möchte Aufgaben haben, die mich fordern, und die das Publikum überraschen.“

OZ

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