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Kultur Schlitzohr mit Selbstzweifeln
Nachrichten Kultur Schlitzohr mit Selbstzweifeln
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00:00 08.09.2018
Los Angeles

Im Leben eines Hollywoodstars sind manchmal jene Filme ebenso interessant, die er nicht gedreht hat. Burt Reynolds hatte Angebote für „Einer flog über das Kuckucksnest“ und „Zeit der Zärtlichkeit“ – mit beiden Werken holte Jack Nicholson den Oscar. Richard Gere übernahm für Reynolds in „Pretty Woman“. Genauso war er als Han Solo in „Star Wars“ und als James Bond im Gespräch. Ein Amerikaner könne diesen Job nicht übernehmen, ließ er die Produzenten wissen – und lehnte ab.

Reynolds 1977 in dem Film „Ein aus- gekochtes Schlitzohr“ Quelle: Foto: Keystone/dpa

Reynolds hat mehr an Fehlentscheidungen geknapst, als es sein selbstironisches Grinsen mit Schnauzbart unterm Cowboyhut verraten hat. Seine große Klappe und seine schnellen Sprüche überdeckten die Selbstzweifel, die an dem ewigen Draufgänger genagt haben müssen. Dafür tat er etwas anderes, was Nicholson nie getan hätte: 1972 ließ er sich für „Cosmopolitan“ nackt auf einem Bärenfell ablichten.

Von nun an galt der 1,80-Mann mit dem durchtrainierten Oberkörper als männliches Sexsymbol.

Bekennender Hedonist war Reynolds – und für Affären mit Tennisstar Chris Evert oder Golfspielerin Dinah Shore offen. Verheiratet war er zwei Mal. Die Schauspielerei war nicht erste Wahl der maskulinen Prachtausgabe, die gern in knappen Jeans und mit braungebrannter Haut daherkam. Der 1936 geborene Sohn eines Berufssoldaten mit irischen, italienischen, irokesischen Ahnen tat sich im Football hervor. Er jobbte als Lastwagenfahrer und Rausschmeißer. Der Durchbruch gelang ihm mit John Boormans Abenteuerfilm „Beim Sterben ist jeder der Erste“ (1972).

Nach diesem bravourösen Einstieg hätte sein Weg anders aussehen können. Seine größten Publikumserfolge feierte Reynolds mit „Ein ausgekochtes Schlitzohr“ (1977) oder „Auf dem Highway ist die Hölle los“ (1981). Der Titel traf exakt, was Reynolds vor der Kamera immer verkörperte. Manche seiner Filme seien so schlecht gewesen, dass sie nicht einmal im Flugzeug gezeigt wurden, scherzte er mal.

„Die Leute wären sonst rausgesprungen.“ Reynolds spielte an der Seite von Clint Eastwood („City Heat“), Catherine Deneuve („Straßen der Nacht“), Liza Minnelli („Lucky Lady“). Später wechselte er auf die Seite der Regisseure. Seine letzte Arbeit hieß „Letzte Ausfahrt Hollywood“ (2000).

In seinem Erinnerungsbuch „But Enough About Me“ (Aber genug von mir) ließ Reynolds in sein Inneres blicken: Er habe sich oft „wie ein Arschloch“ verhalten, schrieb er. „Ich war sehr jung und sehr blöd.“ Auch das freizügige Foto auf dem Bärenfell bereute er. 2010 unterzog er sich einer Herzoperation. Am Donnerstag ist Burt Reynolds im Alter von 82 Jahren in in Florida gestorben. Todesursache:

Herzinfarkt.

Stefan Stosch

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