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Schloss Wiligrad zeigt Sommergäste

Lübstorf Schloss Wiligrad zeigt Sommergäste

In der Reihe „Sommersalon ’16 – Sommergäste“ präsentiert der Kunstverein Wiligrad rund 60 Werke von Inge Schneider, Frank Schult und Hans-Hendrik Grimmling

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Im Schloss Wiligrad zu sehen: drei Werke des in Berlin lebenden Künstlers Hans-Hendrik Grimmling aus der Serie „europa-bild“ (2005).

Lübstorf. Es ist das Spiel mit Klang und Farbe, das die Werke von Inge Schneider ausmacht. Beispielsweise das Singen der Nachtigall, das die Malerin kurzerhand in Formen und Farbe übersetzt und auf Leinwand gebannt hat. Werke von ihr und den Künstlern Frank Schult und Hans-Hendrik Grimmling zeigt der Kunstverein Wiligrad in der Reihe „Sommersalon ’16 – Sommergäste“

OZ-Bild

In der Reihe „Sommersalon ’16 – Sommergäste“ präsentiert der Kunstverein Wiligrad rund 60 Werke von Inge Schneider, Frank Schult und Hans-Hendrik Grimmling

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im 25. Jubiläumsjahr noch bis zum 31. Juli im gleichnamigen Schloss.

Ihre Inspirationen findet Inge Schneider oft direkt vor der Haustür: „Ich versuche, mit Klängen und Farben, die ich in der Natur finde, Grundstimmungen, Haltungen und Konflikte zu bearbeiten“, sagt sie. „Wanderung“ heißt eines ihrer in Blau gehaltenen Werke. Auf den ersten Blick scheint es so, als verarbeite die in Schwerin lebende Künstlerin dort lediglich Assoziationen aus der Natur. Doch das Bild geht weit darüber hinaus: „Es lässt sich genauso gut als zeitliche Wanderung begreifen, wenn man auf sein Leben schaut“, sagt Schneider. Ähnlich ist es mit dem Werk „Spätes Leuchten“, das in kräftigen Gelbtönen sowohl eine herbstliche Landschaft zeigt, sich aber gleichzeitig auf den Lebensverlauf anwenden lässt. „Ich finde es sehr spannend, mich mit Menschen zu unterhalten, die den größten Teil ihres Lebens hinter sich haben“, erklärt Schneider, die diese Erfahrungen in ihre Bilder einfließen lässt.

Dabei hat die 46-Jährige bereits selbst einiges erlebt, war unter anderem an der Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) in Leipzig Schülerin von Bernhard Heisig und Arno Rink und arbeitete bis zur Wende als Malerin. „Danach wollte ich mich in kein Korsett zwängen lassen und bin durch Zufall in Richtung Grafikdesign gerutscht“, verrät sie. „Viele Jahre lang hatte ich die verträumte Hoffnung, dass ich trotzdem noch Zeit für die Malerei finde, aber das war nicht so.“ Erst 2007 habe sie zur Malerei zurückgefunden.

Das Ergebnis zeigen ihre aktuellen Arbeiten in der Ausstellung, mit denen sie sich auch am aktuellen Thema Flüchtlinge abarbeitet. „Mich hat das Thema sehr beschäftigt. Deshalb habe ich versucht, eine Metapher für die Todesangst der Menschen zu finden, da fiel mir das Papierschiffchen ein“, so Schneider. In ihren eher abstrakt gehaltenen Werken setzt die Künstlerin es als Kindheitserinnerung und gleichzeitig fragiles Transportmittel ein.

Mit Hans-Hendrik Grimmling und Frank Schult – ebenfalls ein Schüler von Heisig – verbindet sie die gemeinsame Zeit an der HGB in Leipzig. So sei auch die Idee zur Ausstellung entstanden. „In der Reihe Sommergäste stellen wir jährlich Künstler vor, die sich kennen oder die wir gern zusammen zeigen möchten“, sagt Schneider, die auch stellvertretende Vorsitzende des Kunstvereins Willigrad ist.

Vor 25 Jahren wurde dieser gegründet. „Nach der Wende wollten wir Künstlern aus MV ein Podium bieten“, sagt Initiator und Vorsitzender Klaus-Joachim Albert. Sechs Ausstellungen und eine Kunstbörse veranstaltet der Verein pro Jahr.

Und während Hans-Hendrik Grimmling, dessen Werke oft anmuten wie ein farbintensives Durcheinander verschiedener Körperteile, in einer Art Wahrheitsfindung, einen Schritt zurücktritt, hält Frank Schult sich selbst und der Gesellschaft einen Spiegel vor. Seine Werke, die oft aus verschiedenen großen, noch nicht zusammengeschraubten Körperteilen bestehen, sind für Schult das Symbol einer unfertigen Gesellschaft, bei der einiges nicht so recht passen will. „Und zugleich auch die Sehnsucht nach dem Glück.“

Geschichte des Kunstvereins Wiligrad

70 Mitglieder zählt der Kunsverein Wiligrad aktuell. Sie stammen aus allen Bevölkerungsschichten, aus der Region und darüber hinaus. Im Jahr 1990 stellte sich erstmals die Frage nach der Nutzung des Schlosses, so dass einige Künstler und Kunstfreunde eine Stätte für Kunst, Kultur und Sozialpädagogische Arbeit errichten wollten.

1991 wurde auf Initiative des Künstlerehepaars Albert schließlich der Kunstverein gegründet.

Stefanie Büssing

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