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Schnoddrig bis elegant — „Paula“-Star Angelica Domröse wird 75

Berlin Schnoddrig bis elegant — „Paula“-Star Angelica Domröse wird 75

Für viele ist sie einfach nur „die Paula“. Als leidenschaftlich Liebende im DEFA-Kultfilm „Die Legende von Paul und Paula“ wurde Angelica Domröse weit über die Grenzen der DDR bekannt.

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Gut aufgelegt: Die Schauspielerin Angelica Domröse kann auf ein erfülltes Schauspieler- leben zurück- blicken.

Quelle: dpa

Berlin. Für viele ist sie einfach nur „die Paula“. Als leidenschaftlich Liebende im DEFA-Kultfilm „Die Legende von Paul und Paula“ wurde Angelica Domröse weit über die Grenzen der DDR bekannt. Am 4. April feiert die gebürtige Berlinerin ihren 75. Geburtstag.

Heiner Carows Drama „Die Legende von Paul und Paula“ über die Liebe zwischen dem aufstrebenden Außenhandelsreferenten Paul und der alleinerziehenden Mutter Paula machte Domröse 1972 auf einen Schlag berühmt. Die Liebesgeschichte vor realsozialistischem Hintergrund war in Ost und West gleichermaßen ein Erfolg. Die schnoddrige Direktheit und Ehrlichkeit, mit der Domröse die hübsche Kassiererin Paula spielte, berührt die Zuschauer bis heute. Domröse, eine „echte Berliner Pflanze“, wie sie sich selbst nennt, stand mit 17 Jahren in der Liebeskomödie „Verwirrung der Liebe“ erstmals vor der Kamera. Unter 1500 Bewerberinnen gefiel sie Regisseur Slatan Dudow am besten. Nach dem Abschluss der Babelsberger Filmhochschule ging sie ans Berliner Ensemble, wo ihr „jeden Abend gezeigt wurde, was ich nicht kann“. Später wechselte sie an die Volksbühne, um mit Benno Besson und Matthias Langhoff zu arbeiten.

Mehr als 50 Kino- und Fernsehfilme drehte Domröse bis zu ihrer Ausreise aus der DDR im Jahr 1980. Kraftvoll auftretend war sie in Theodor Fontanes „Effi Briest“ in der DEFA-Verfilmung von Wolfgang Luderer. In der Serie „Krupp und Krause“ gab sie die Proletarierin, in dem TV-Mehrteiler „Wege übers Land“ eine arrogante Gräfin. Als prominente DDR-Künstler setzten sich Domröse und Thate wie viele andere Schauspieler und Schriftsteller für Liedermacher Wolf Biermann ein, der 1976 aus der DDR ausgebürgert wurde. Nach der Übersiedlung nach West-Berlin fanden die Schauspieler am Schillertheater eine neue Heimat.

Domröse trat dort in Hauptmanns „Ratten“ und in Goethes „Faust“ auf, am Schlossparktheater spielte sie in „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“. An der Komödie am Kurfürstendamm feierte Domröse mit Thate einen Triumph als gealterte Diva Maria Callas in „Josef und Maria“ nach Peter Turrini.

1985 drehte sie mit Michael Haneke „Fraulein. Ein deutsches Melodram“. In den 90er Jahren spielte sie in der Krimireihe „Polizeiruf 110“. Ab 2005 sah man Domröse am Potsdamer Hans-Otto-Theater. In der Spielzeit 2007/2008 gab es dort für das DEFA-Traumpaar Domröse/Glatzeder eine Bühnen-Auferstehung. Auf der Kinoleinwand war Domröse zuletzt in der Komödie „Bis zum Horizont, dann links!“ (2012) zu sehen.

Von Elke Vogel

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