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Kultur „Schreibstube der Hanse“: Lübecker Dokumente bald auf Unesco-Liste?
Nachrichten Kultur „Schreibstube der Hanse“: Lübecker Dokumente bald auf Unesco-Liste?
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00:00 19.10.2017
Jan Lokers, Leiter des Lübecker Stadtarchivs, betrachtet eine Urkunde des englischen Königs Edward VI. Quelle: Foto: Markus Scholz/dpa
Lübeck

Das Gedächtnis der Hansestadt Lübeck umfasst 6500 Regalmeter und lagert in grauen Stahlregalen. Doch in den Archivboxen verbergen sich ungeahnte Schätze.

Darunter sind auch viele Urkunden zu rund 500 Jahren Geschichte der Hanse. 17 davon haben Archivdirektor Jan Lokers und Kollegen aus anderen ehemaligen Hansestädten zur Aufnahme ins Weltdokumentenerbe der Unesco vorgeschlagen. „Diese Dokumente sollen veranschaulichen, was die Hanse eigentlich war“, sagt Lokers.

Dazu haben Lokers und seine Kollegen fünf besonders charakteristische Dokumentengruppen ausgewählt. „Dazu gehören die Hanse-Rezesse, Ergebnisprotokolle der Hansetage, die allen Teilnehmern per Boten zugesandt wurden“, sagt Lokers. Auch die „Privilegien“ genannten Verträge, die Hansekaufleuten Handelsrechte einräumen, gehören dazu.

Besonders prächtig gestaltet ist das Privileg des englischen Königs Edward VI. aus dem Jahr 1547. Darin bestätigte der erst neun Jahre alte König den Hansestädten sämtliche von seinen Vorgängern gewährten Privilegien. „Lübeck war quasi die Schreibstube der Hanse“, sagt Lokers. Das erkläre auch, warum hier so viel mehr Unterlagen lagerten als in anderen ehemaligen Hansestädten. Dennoch stammen die 17 für das Unesco-Programm „Memory of the World“ (deutsch: Gedächtnis der Menschheit) vorgeschlagenen Urkunden nicht nur aus Lübeck, sondern auch aus Archiven in Belgien, Estland, Lettland und Polen. Alle zwei Jahre dürfen die Mitgliedstaaten zwei neue Dokumentenpakete zur Aufnahme vorschlagen. Die haben die erste Hürde bereits genommen. „Das deutsche Nominierungskomitee hat den Vorschlag geprüft und an die Unesco nach Paris weitergeleitet“, sagte die Sprecherin der Deutschen Unesco-Kommission, Katja Römer. Voraussichtlich Ende 2019 werde dann ein internationales Beratergremium eine Empfehlung abgeben.

E.-M. Mester

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