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Kultur Schriftsteller Rudi Czerwenka gestorben
Nachrichten Kultur Schriftsteller Rudi Czerwenka gestorben
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00:05 07.02.2017

Zwei Monate vor seinem 90. Geburtstag ist der Journalist, Schriftsteller und Drehbuchautor Rudi Czerwenka am 1. Februar in Greifswald gestorben. Das hat der Verlag Edition digital jetzt von seiner Familie erfahren. Der Autor ist vielen Lesern auch durch Veröffentlichungen in der OSTSEE-ZEITUNG bekannt geworden. Im E-Book-Angebot des Verlages aus Godern bei Schwerin sind aktuell insgesamt zwölf Bücher von Czerwenka zu haben.

Rudi Czerwenka und seine Frau Gonda auf dem Cover seines Erinnerungsbuches „Viel erlebt – viel verpasst“, erschienen im BS-Verlag. REPRO: OZ

Die Auswahl reicht von „Magellans Page“ und „Geheimnisvoller Strom“ aus den Jahren 1959 und 1960 über den erstmals 1970 als Heft 165 in der Erzählerreihe des Militärverlags erschienenen Krimis „Tatort Studentenheim“ bis zu dem spannenden Roman „Die Hexe vom Fischland“ über die letzte Hexenverbrennung in Güstrow am 17. Mai 1664 sowie den noch vor der Wende verfassten Reiseführer „Von Boltenhagen nach Ahlbeck“ und der anschaulichen Chronik der berühmten Seefahrtsschule Wustrow „Wo Kapitäne geboren wurden“. Die Schule wurde bekanntermaßen nach der Wende geschlossen. Spannende Selbst-Auskünfte über das Leben des Autors präsentiert sein 2004 veröffentlichtes Erinnerungsbuch „Viel erlebt – viel verpasst“. Alle zwölf Titel können unter edition-digital.de, bei Weltbild, Apple, Google und Amazon sowie in weiteren Online-Buchhandlungen gekauft werden.

Rudi Czerwenka, der auch unter dem Pseudonym Rudi Wenk schrieb, wurde am 4. April 1927 in Breslau geboren und wuchs im dörflichen Umfeld dieser Stadt auf. Wegen seiner Einberufung zur Wehrmacht brach er die Schule in der 11. Klasse ab, war Flakhelfer und Soldat und geriet in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Nach der Entlassung lernte er in Jena Koch, war Volkspolizist und absolvierte eine Kurzausbildung zum Neulehrer. Danach wurde er in Mecklenburg eingesetzt, zuerst in Kröpelin, dann an der einklassigen Dorfschule Spoldershagen und schließlich in Bad Sülze.

Bereits seit 1955 hatte er erste journalistische Versuche unternommen. Es gab Kontakte zum Schriftstellerverband, dessen Mitglied er später wurde. Nachdem er zunächst Kinder- und Jugendbücher wie „Magellans Page“ und „Geheimnisvoller Strom“ geschrieben hatte, arbeitete er seit Mitte der 1970er Jahre ausschließlich für Presse und Rundfunk, Theater und Fernsehen. Als 1983 seine Ehefrau starb, gab Czerwenka den Lehrerberuf endgültig auf und war seitdem als freiberuflicher Schriftsteller und Journalist in Rostock tätig. Seit 2013 war er in Ahlbeck auf Usedom zu Hause. Die Trennung von Rostock, seinen Freunden und Bekannten fiel Rudi Czerwenka nicht leicht. Er schrieb darüber „Abschied“, ein bisher unveröffentlichtes Manuskript. Fast zwei Jahrzehnte lang wirkte er an dem Almanach „Rostock zwischen zwei Sommern“ mit.

Die vor 22 Jahren von Gisela und Sören Pekrul gegründete Edition digital hat sich seit dem Jahr 2011 verstärkt dem E-Book verschrieben, verlegt aber auch zahlreiche gedruckte Bücher.

Insgesamt umfasst das Verlagsangebot derzeit fast 870 Titel (Stand Februar 2017) von 120 ehemaligen DDR- und anderen Autoren, wie Wolfgang Held, Klaus Möckel, Wolfgang Schreyer, Erik Neutsch oder Carlos Rasch, Heiner Rank, Alexander Kröger und Karsten Kruschel.

OZ

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