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Schwarz-rot-gold blüht der Enzian Neues Album: Wieder covert Heino, was ihm zu Ohren kommt / Diesmal sind es Fußball-Songs

Schlagersänger Schwarz-rot-gold blüht der Enzian Neues Album: Wieder covert Heino, was ihm zu Ohren kommt / Diesmal sind es Fußball-Songs

Bei einem lässt Heino keine Zweifel aufkommen: Joachim Löws Weltmeister-Elf holt sich auch bei der Fußball-Europameisterschaft in Frankreich den Titel.

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Jetzt also Fußball-Lieder. Heino will mit seiner neuen Platte im EM-Zirkus mitmischen.

Quelle: Axel Heimken/dpa

Schlagersänger. Bei einem lässt Heino keine Zweifel aufkommen: Joachim Löws Weltmeister-Elf holt sich auch bei der Fußball-Europameisterschaft in Frankreich den Titel. „Ja, das ist doch ganz klar, dass Deutschland gewinnt“, bekräftigt der strohblonde Vorzeige-Sonnenbrillenträger — und schiebt seine Analyse gleich hinterher: „Früher war es ja immer so, dass wir technisch nicht so auf dem Höhepunkt waren, aber in der heutigen Zeit hat der Jogi Löw schon ein paar Supertechniker dabei.“

Spielerisch ist für Heino also schon mal alles paletti. Fehlt noch die Atmosphäre. Und da sieht sich der 77-jährige Kultsänger freilich selbst in der Verantwortung. Zehn Jahre nach dem Sommermärchen will er mit seinem neuen Album „Arschkarte“, das am Freitag (29. April) erscheint, die schwarz- rot-goldene Fan-Seele streicheln.

Erst „Mit freundlichen Grüßen“, dann „Schwarz blüht der Enzian“, jetzt „Arschkarte“: Es ist die dritte Platte in Folge, auf der der selbst ernannte „Neurocker“ aus Bad Münstereifel bekannte Kompositionen aufwärmt. „Es gibt ja viele schöne Fußball-Lieder“, sagt Heino. Titel wie „Buenos Dias, Argentina“ (Udo Jürgens), „Schwarz und Weiß“ (Oliver Pocher) oder „Samba de Janeiro“

(Bellini) wollte er aber nicht im bekannten Stil aufnehmen. „Wir machen sie ein bisschen rockig“, war seine Vorgabe.

So etwa bei „Fußball ist unser Leben“ (Nationalmannschaft). Schon 1974 hatte Wim Thoelke in seiner Anmoderation den WM-Klassiker als „Schicksalslied der Profis“ der Lächerlichkeit preisgegeben — noch bevor Sepp Maier, Gerd Müller und Co. ihr erstes „Ha! Ho! Heja heja he!“ anstimmten. Heino quetscht den Song nun in Bierzelt-Atmosphäre und nennt das „Rocknummer“ mit „ordentlich Druck“ — oder eben was man sich in der Schlagerwelt darunter vorstellt. Eins jedoch ist beruhigend: Im Gegensatz zu etwas peinlichen Einlagen früherer Generationen dürfen Jogis Jungs ihre Stimmbänder schonen. Heino ist sich aber sicher: Wenn er Teammanager Oliver Bierhoff vor einem Jahr angerufen hätte, „dann wäre sehr wahrscheinlich etwas zustande gekommen“.

Dennoch steht der Zwölfte Mann aus dem Schlagerzirkus nicht völlig allein da: In jeden seiner elf Album-Titel frickelt Heino ärgerlicherweise Fankurvenstimmung aus der Konserve hinein. Der einzige Song, bei dem das wirklich funktioniert, ist: „Allein bist du nie“. In Howard Carpendales deutscher Version des Stadion-Klassikers „You‘ll Never Walk Alone“ (Gerry & The Pacemakers) führt Heino seine ausgereifte Stimme endlich zu ihren Stärken. Es ist der vorletzte Song des Albums. So viel dazu.

Fußballfan hin oder her: Wer die Vorgänger-Platten schon peinlich fand, wird auch mit „Arschkarte“ so seine Probleme haben. Wem jedoch Heinos allgegenwärtig rollendes R und sein Humpatata-Rhythmus nichts ausmachen, der kann sich mit der Platte schon langsam auf das Turnier in Frankreich vorbereiten. Textsicher sollte man dann schon sein.

Heino allein zu Haus

Heino will sich beim Mitfiebern mit der deutschen Fußball-Nationalmannschaft während der bevorstehenden EM nicht von anderen stören lassen. „Dann will ich das allein genießen mit einem schönen Gläschen Rotwein“, sagte er. Selbst wenn er nicht zu Hause in Bad Münstereifel oder in Kitzbühel, sondern unterwegs sein sollte, wolle er in der Hotelsuite lieber für sich sein. „Also, ich mag nicht, spannende Spiele zu kucken, wenn viele um mich herum sind. Ich muss das genießen, ich muss das Spiel analysieren, ich will mich nicht ablenken lassen.“ Heino hat selbst mal gekickt. 1948 hat er angefangen im Fußballclub Schwarz-Weiß 06. Und mit 18 Jahren spielte er in Düsseldorf in der Stadtmannschaft.

Von Sebastian Fischer

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