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Kultur Schwarz, weiß, grau
Nachrichten Kultur Schwarz, weiß, grau
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00:05 17.10.2016

Die Festnahme eines Drogendealers im Rostocker Überseehafen geht schief. Er wird erschossen, am Tag darauf ist einer der ermittelnden Zollfahnder tot. Den Kommissaren Alexander Bukow (Charly Hübner) und Katrin König (Anneke Kim Sarnau) kommt der Verdacht, dass die italienische Mafia damit zu tun haben könnte.

Aber: „Schwarz-Weiß-Denken hilft niemandem weiter“, sagt Katrin König zum Kollegen Pröschl. Dass sie damit einen kleinen Ausblick auf das Ende des Falls gibt, ahnt der Zuschauer zu Beginn aber noch nicht – und muss sich gut eine Stunde durch abgedroschene Klischees mäandern. Natürlich steckt hinter dem Drogenhandel die Mafia, natürlich betreibt der italienische Mafioso eine Pizzeria, und natürlich halten auch die Kollegen vom Zoll die Hand auf.

Auch bei der Figur des toten Zöllners waren die Drehbuchautoren großzügig. Privat hat er ein schweres Päckchen zu tragen: Die Frau krebskrank, der Sohn kokainabhängig und in Geldnot. Inwiefern er in den Drogenhandel verstrickt ist, bleibt bis zum Ende unklar. Nebulös ist auch das Verhältnis des Toten zu seiner Kollegin Jana Zander. Auch sie hat eine drogenbelastete Vergangenheit. Ihre Verstrickung in die Tat ist für den Zuschauer aber tatsächlich eine der wenigen Überraschungen. Ihre Beweggründe allerdings sind verworren. Ebenso das Schicksal der Zwischenhändlerin und Bukows Verhältnis zur attraktiven Kellnerin im Club seines Vaters. Stattdessen droht die Handlung sich in zahlreichen Nebenfiguren und -schauplätzen zu verzetteln. Dass der kleine Drogendealer von einem Zollfahnder gerichtet wird, weil die Polizei ihn laufen lassen musste, geht fast unter.

Die Charaktere der Ermittler werden in „Im Schatten“ ein ordentliches Stück weiterentwickelt. Am meisten zu tun, aber auch am besten gespielt, hat Hübner als Alexander Bukow. Seine Figur kämpft nach der Trennung von seiner Frau um ein gutes Verhältnis zu den Kindern. Nach gemeinsamem Besäufnis kommt es sogar fast zum Kuss mit Kollegin König – die jedoch rechtzeitig ihre gewohnte Selbstdisziplin und Distanz wieder erlangt. Trotzdem stellt Bukow später noch einmal die Frage: Kommen wir eigentlich noch mal zusammen, Frau König? Er kommt damit allerdings wie Kai aus der Kiste, während beide im Auto einen Verdächtigen observieren. Sowohl für Katrin König als für den Zuschauer uninspiriert und plump. Eine Antwort gibt es nicht. Wie für den Rostocker Polizeiruf nicht ungewöhnlich, bleibt es also weiter spannend.

OZ

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