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Schwedin siegte beim Grand Prix in Jerusalem

Jerusalem Schwedin siegte beim Grand Prix in Jerusalem

Die schwedische Sängerin Charlotte Nilsson hat am Samstag abend in Jerusalem mit dem Lied „Take Me To Your Heaven“ den Grand Prix Eurovision de la Chanson gewonnen.

Jerusalem. Die schwedische Sängerin Charlotte Nilsson hat am Samstag abend in Jerusalem mit dem Lied „Take Me To Your Heaven“ den Grand Prix Eurovision de la Chanson gewonnen. „Nun gut, das Lied klingt etwas nach Abba“, räumte die blonde, mit einem lila- und hautfarbenen Dress bekleidete Schwedin im Gespräch mit Journalisten kurz nach der Siegerehrung in der Nacht ein. Der deutsche Beitrag „Die Reise nach Jerusalem“ der deutsch-türkischen Gruppe „Sürpriz“ belegte den dritten Platz. Eine deutsche Gruppe kam zuletzt 1994 so weit nach vorne. Mehrere hundert Millionen Menschen verfolgten den Wettbewerb live im Fernsehen verfolgen. Die isländische Interpretin Selma Björnsdottir errang den zweiten, Platz vier und fünf belegten Kroatien und Israel. Der spanische Beitrag landete auf dem letzten Platz. Mit dem Sieg der 24jährigen Charlotte Nilsson gewann Schweden zum dritten Mal den Eurovisions- Wettbewerb.

„Ich habe vorher schon gesagt, Schweden gewinnt“, sagte die deutsche Schlagersängerin Ingrid Peters der dpa. „Erinnerungen an Abba wurden wieder wach, und das Lied hat gute Laune gemacht“, meinte die 45jährige, die 1986 beim Grand Prix teilnahm. Über das Abschneiden der deutsch-türkischen Gruppe „Sürpriz“ war sie erfreut: „Der dritte Platz ist doch ein Hammer.“ Eine Stellungnahme des deutschen Vorjahres-Teilnehmers Guildo Horn war bis zum Sonntag nicht zu erhalten.

Die Abstimmung erfolgte wie im letzten Jahr im TED-Verfahren. Zuschauer konnten telefonisch ihre Favoriten benennen. Auffällig wie im letzten Jahr war, daß aus den Nachbarländern Deutschlands, etwa aus Polen und den Niederlanden, die Höchstpunktzahl zwölf für „Sürpriz“ gemeldet wurde. 1998 hatten Guildo Horn-Fans eingeräumt, zur Stimmabgabe schnell über die Grenze gefahren zu sein. Nach den Regularien darf man in seinem Land nicht für die eigene Gruppe stimmen. Der deutsche Beitrag kam auch in der Türkei und Israel an, wo jeweils zwölf Punkte anfielen. Das israelische Publikum im Jerusalemer Kongreßzentrum hatte den Auftritt von „Sürpriz“ mit begeistertem Applaus aufgenommen. Die sechs deutsch-türkischen Musiker präsentierten ihren orientalisch klingenden Schlager auf deutsch, türkisch und englisch. Die letzte Zeile sangen sie hebräisch. Dana International, die transsexuelle israelische Gewinnerin des Vorjahres-Wettbewerbs, begeisterte in der Abstimmungspause mit einem spektakulären Open-Air-Auftritt vor der Zitadelle der Jerusalemer Altstadtmauer. Gekleidet im prunkvollen Stil ihrer jemenitischen Vorfahren und in Begleitung zahlreicher Tänzerinnen und Tänzer sang sie das Lied „Free“ von Stevie Wonder und das traditionelle jemenitische Sabbat-Lied. Dies hatte im Vorfeld zu Protesten strengreligiöser Israelis geführt. Dana International passierte jedoch ein Mißgeschick, als sie die Siegertrophäe überreichte: Sie rutschte mit ihren Stöckelschuhen aus und fiel lang vor der Siegerin aufs Bühnen-Parkett. Multikulturelle Themen waren unübersehbar im gesamten Wettbewerb. Für Israel trat die vierköpfige Gruppe „Eden“ auf, der auch zwei Mitglieder der in Israel nur geduldeten „schwarzen Hebräer“ angehören. Norwegen vertrat der farbige Sänger Stig van Eijk, die bosnische Gruppe war ebenfalls aus Angehörigen verschiedener Volksgruppen zusammengesetzt. Zwölf der 23 Interpreten trugen ihre Songs englisch vor, ein Novum des 44 Jahre alten Wettbewerbs.

Der Eurovisionswettbewerb war in Jerusalem mit enormem Aufwand vorbereitet worden. Die Produktion war mit Kosten von sieben Millionen Dollar die aufwendigste in der Geschichte des israelischen Fernsehens. Die Veranstaltung wurde von massiven Sicherheitsvorkehrungen begleitet. Hunderte von Polizisten umstellten das Jerusalemer Kongreßzentrum, um jede Störung auszuschließen. Die 2000 geladenen Gäste mußten sich vor Eintritt strengsten Sicherheitsüberprüfungen unterziehen. Zwischenfälle wurden nicht bekannt. Im Vorfeld des Wettbewerbs hatte es Proteste aus ultra-religiösen Kreisen strenggläubiger Juden gegeben, die vor allem die Generalprobe verdammt hatten, die noch während des laufenden Sabbats abgehalten werden mußte. Es gab nur kleinere Proteste Ultra-Orthodoxer vor dem Gebäude.



OZ

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