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Kultur Schwedische Schmetterlinge
Nachrichten Kultur Schwedische Schmetterlinge
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00:05 15.06.2018

Bitte bereiten Sie sich bei einem Besuch darauf vor, dass die Wege zur Toilette manchmal etwas länger oder die Sitzgelegenheiten etwas härter sind als in einem Konzertsaal. So steht es im Programmheft der Konzertreihe „Naturklänge“. Ebenso wird empfohlen, an Mückenspray und Regenschirm zu denken.

In einer Woche startet die Konzertreihe „Naturklänge“. Klassik, Jazz, Pop, Weltmusik – die Musiker spielen bis September unter freiem Himmel an verschiedenen Orten.

Es geht also wirklich in die Natur bei den „Naturklängen“. Gemeinsam mit Künstlern, ihren Instrumenten und ihrem Lampenfieber. Dorthin, wo es rauscht, surrt, zwitschert, knackt, weht, schweigt oder quakt.

Für viele sind die Aufführungen in bisweilen wettermäßig launiger Umgebung zwar nicht mehr gänzlich unbekannt – das „Festival“ geht in die 16. Saison und unterstreicht seine Qualität, kaufmännisch betrachtet, mit ordentlichen Besucherzahlen und einer honorigen Summe an Stammgästen, die nicht nur aus Mecklenburg-Vorpommern kommen.

In einer Woche, am 22. Juni, starten die Musiker von „Due Sopra il Basso“ die acht Konzerte umfassende Reihe, traditionell in Starkow, einem ruhigen Dorf zwischen Ribnitz-Damgarten und Stralsund.

„Einer der weltbesten Gitarristen“, so Lutz Gerlach, der künstlerische Leiter, „wird am Schlösschen Sundische Wiese bei Zingst unter einer alten Eiche stehen.“ Das Bild korrespondiert mit dem Programmtitel des britischen Ausnahmemusikers Clive Caroll: „The Furthest Tree“ – der ferne Baum.

Auch in der anstehenden Auflage der „Naturklänge“ gibt es neben Bewährtem, wie den Konzerten am Güterwaggon in Bresewitz bei Barth, neue Facetten. Beispiel: Mit frischem skandinavischen Folk-Pop-Jazz kommt das schwedisch-südafrikanische Duo „Fjarill“ – übersetzt: Schmetterling – nach Dierhagen. Die beiden Frauen leben seit Jahren in Deutschland, singen aber komplett in Schwedisch, am 8. August am Saaler Bodden, im Hafen des Ostseebades. Der Ort ist ebenso eine Premiere wie der Auftritt der Musikerinnen. „Obwohl ich viel in der Region unterwegs bin, habe ich diesen Flecken erst vor Kurzem entdeckt.“ Die Freude über seine Entdeckung ist Gerlach anzumerken, angetan ist auch der Kurdirektor der Gemeinde, Stephan Fellmann. „Mir schwebt vor, die Segel der Schiffe beim Konzertabend anzuleuchten“, sinniert er mit Blick auf seinen gemütlichen Hafen.

Weder die Spielorte noch die Künstler noch die 16-jährige Geschichte der „Naturklänge“ sind selbstverständlich. Ebenso bemerkenswert: Seit 16 Jahren ist Lutz Gerlach der künstlerische Leiter, seit 16 Jahren hält der Tourismusverband Fischland-Darß-Zingst als Veranstalter an dem Projekt fest. Gerlach, der unter anderem auch die etablierten Zingster Klaviertage 17 Jahre lang als künstlerischer Leiter betreute und selbst als Pianist regelmäßig auf Tournee ist, meint: „ Kultur-Ereignisse, wie die ,Naturklänge’, sind ein sanfter Multiplikator – auch die versteckten Orte und das Hinterland profitieren davon.“ Etwa Schlemmin, wo erstmals zwei Solistinnen am Flügel auf einer schwimmenden Bühne auf dem Schlossteich erwartet werden. Ein paar Vorschusslorbeeren dürfen an dieser Stelle verteilt werden, egal wie der Sommer wird: Was bei den „Naturklängen“ zuweilen disparat erscheint, fügt sich schließlich wunderbar zusammen. Ist doch die Natur Ursprung (und Ende) jeglicher Musik.

Ein Sitzkissen und Mückenspray helfen bei der frohen Erkenntnis.

Termine

22. Juni, „Due Sopra il Basso“, Pfarrgarten & Kirche Starkow, 19.30 Uhr

5. Juli, „Son Naturel“ Kloster Ribnitz-Damgarten, 20 Uhr

19. Juli, Dave Goodman, „Alte Schmiede“ Hessenburg, 20 Uhr

25. Juli, „La Banda Ritmo

Cubano“, „Kunst auf Schienen“ Bresewitz, 20 Uhr

1. August, Swimming Piano, Schlosspark Schlemmin, 20 Uhr

8. August, „Fjarill“, Hafen Dierhagen-Dorf, 20 Uhr

15. August, Clive Caroll,

Schlösschen Sundische Wiese, Zingst, 20 Uhr

1. September, „Belo Cello

Horizonte“, am Hohen Ufer

zwischen Ahrenshoop und Wustrow, 18 Uhr

Tickets: ab 15 Euro

Internet: www.naturklaenge.net

Klaus Amberger

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