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Kultur Schwerin: Disput um Theaterball
Nachrichten Kultur Schwerin: Disput um Theaterball
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00:00 30.01.2018
Schwerin

Der vom Generalintendanten des Mecklenburgischen Staatstheaters, Lars Tietje, an seine Darsteller verpasste „Maulkorb“ für die Zeit des 25. Schweriner Theaterballs am 20. Januar (OZ berichtete) hat ein Nachspiel. Inzwischen hat der Betriebsrat des Staatstheaters die Anweisung des Intendanten scharf verurteilt und eine Stellungnahme gefordert.

Trotz Tietjes Entschuldigung gegenüber den Mitarbeitern warnt die Arbeitnehmervertretung mit Blick auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit „vor einem Klima der Angst und der juristischen Drohungen“, das die Diskussion über politische und künstlerische Inhalte am Theater beeinträchtigt.

Auch das Schauspiel des Staatstheaters hat in einer „Klarstellung“ Stellung zum „Maulkorb“-Eklat genommen. „Als TheatermacherInnen und KünstlerInnen stehen wir uneingeschränkt für die Meinungs- und Kunstfreiheit ein“, heißt es. Man verwahre sich „gegen jegliche Form der internen und externen Einflussnahme, die unsere Grundrechte einschränkt.“

Auch zur prekären Lage der Theater wird deutlich Stellung genommen: „In einer Zeit, in der auf den Staats- und Stadttheatern spürbar der Druck massiver Kürzungen lastet, in der Kulturinstitutionen zunehmend wie Wirtschaftsunternehmen gesehen und geführt werden, scheint eine offene Diskussion um die Verantwortung von Theater als Ort der gesellschaftspolitischen Auseinandersetzung wieder dringend notwendig.“

Das Ensemble fordert von Leitungen und Trägern einen „angstfreien Raum“ auch für unbequeme Kunst.

Auch im Schweriner Landtag hatten Politiker die Bevormundung durch den Intendanten heftig kritisiert. Tietje hatte vor dem Theaterball mit rund 1000 Gästen seinen Darstellern jegliche „eigenmächtige politische Äußerungen“ untersagt. Im Falle eines Verstoßes hatte der Intendant gar mit arbeitsrechtlichen Schritten gedroht.

js

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