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Kultur Schwerinerin erhält Nestroy-Preis
Nachrichten Kultur Schwerinerin erhält Nestroy-Preis
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00:00 09.11.2016

Die 1989 in Schwerin geborene Schauspielerin Julia Gräfner wurde am Montagabend mit dem Wiener Theaterpreis Nestroy 2016 als beste Nachwuchsschauspielerin geehrt.

Die Darstellerin wurde für ihre Leistung in Shakespeares bitterer Komödie „Der Sturm“ am Schauspielhaus Graz prämiert, in der sie den Caliban mimte.

„Gräfner tobte als fast nackte, wirklich wilde Kreatur durch die Szene und ließ die Grausamkeit des Stücks erahnen“, heißt es in der Jurybegründung über ihren nun preisgekrönten Auftritt.

Julia Gräfner verließ einst für das Schauspielstudium ihre Heimat und ging an die Hochschule der Künste Bern, wo sie am Theater bereits erste Rollen spielte. Seit 2015 ist Gräfner am Schauspielshaus Graz engagiert. Derzeit ist sie als Dobtschinski in „Der Revisor“ von Nikolaj Gogol sowie ab 18. November als Julia in Shakespeares „Romeo und Julia“ zu sehen. Darüber hinaus wirkt sie bei „Struwwelpeter“ von Julian Crouch und Phelim McDermott sowie in dem Solo „Ich würde alles für die Liebe tun, ich mach’s aber nicht“ mit. Erste Schauspielerfahrungen machte Gräfner jedoch in der Heimat Schwerin, wo sie ihre Kindheit und Jugend verbrachte. Bereits im Kindergarten begeisterte sie sich für die Schauspielerei und spielte den Großvater in einer Aufführung von „Das Märchen von der Rübe“.

Später engagierte sie sich von 2004 bis 2008 in der Theatergruppe des Goethe-Gymnasiums und war bis 2011 Mitglied der Lesebühne „Schmalz und Marmelade“. Darüber hinaus hospitierte die Schauspielerin im Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin.

Mit dem Nestroy-Preis – der nach dem Dichter Johann Nepomuk Nestroy benannt ist – werden seit dem Jahr 2000 herausragende Leistungen an den Wiener und den anderen österreichischen Bühnen geehrt. Die undotierte Auszeichnung gilt als der wichtigste Theater-Preis des Landes und wird in 13 Kategorien vergeben. Namhafte Preisträger waren in den vergangenen Jahren Gert Voss, Regina Fritsch, Martin Wuttke und August Diehl.

In diesem Jahr erhielt der scheidende Intendant der Berliner Volksbühne, Frank Castorf, den Nestroy-Preis für sein Lebenswerk. Er habe „wie ein Tropensturm so manche festgefahrenen Strukturen auf der Bühne durcheinandergewirbelt“, urteilte die Jury. Über sein Wirken als Regisseur in der DDR erinnerte sich Castorf: „Es war eine großartige Zeit, verboten zu werden, und ich arbeite seit so vielen Jahrzehnten daran, dass mir das wieder passiert.“

Als beste Schauspieler bekamen Rainer Galke sowie Sona MacDonald jeweils einen Nestroy. Bester Nachwuchsdarsteller wurde Luka Dimic für die Titelrolle in Wolfgang Herrndorfs Romanadaptierung „Tschick“ am Theater der Jugend in Wien.

lf

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