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Schwungvolle Mitteilungsfreude

Greifswald Schwungvolle Mitteilungsfreude

Im Vorfeld des Konzerts war davon abgeraten worden, ohne Eintrittskarte zu erscheinen: ausverkauft!

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Ekkehard Ochs über Bachs Brandenburgische Konzerte

Greifswald. Im Vorfeld des Konzerts war davon abgeraten worden, ohne Eintrittskarte zu erscheinen: ausverkauft! Der Hinweis galt einer Veranstaltung, die im Rahmen der Greifswalder Bachwoche als „Große Kammermusik“ seit Jahrzehnten Kultstatus genießt. Geschuldet ist das dem Kammerorchester der Komischen Oper Berlin (Bachwochenorchester!), damit einem ebenso lange der Bachwoche verbundenen Sympathieträger von höchsten Graden. Er ermöglicht Angebote, die das Gesamtprogramm auch jenseits Bach’scher Provenienz konzertant und sinfonisch bereichern, hat freilich auch das Werk des Thomaskantors stets fest im Blick. Und im Griff, wie das vorgestrige mit den Brandenburgischen Konzerten Nr. 5, 3, 4 und 2 – so die Reihenfolge – begeistert gefeierte „Heimspiel“ in St. Jacobi zeigte. Man kennt sich aus mit Bach und den Kompromissen, die ein modernes Instrumentarium abverlangt, sowie den Möglichkeiten, sich historisch orientiertem Musizieren unverkrampft wie überzeugend zu nähern. Dies vor allem mit einer betont frischen, lockeren, musizierfreudigen Sicht auf Bachs hier originäre instrumentale Experimentierfreudigkeit. Mit brillanten, gleichwohl stets musikalisch „rhetorisch“ intendierten solistischen Leistungen konnte verdeutlicht werden, dass Bach auch Weichen für kommende musikalische Entwicklungen stellte. So lebte dieser Abend sowohl von subtiler Empfindsamkeit langsamer Sätze als auch vom sprühenden Geist konzertanter Ausdrucksfreude in den Ecksätzen; zudem vom genialen, ideenreichen Spiel mit überkommenen Strukturen und Formen („Gruppenkonzert“) sowie ihrer eindrucksvoll beginnenden Überwindung im Instrumentalkonzert. Heißt auch immer wieder, Individualität und Originalität des einzelnen Konzertes herauszuarbeiten. Gestalterisch anspruchsvoll, lag diese Aufgabe mit dem 1. Konzertmeister der Komischen Oper, Gabriel Adorján, und dem von ihm geleiteten Bachwochenorchester, Solisten inbegriffen, in kompetenten Händen. Auch wenn sich bei nicht optimaler Akustik Reserven vorstellen lassen: hinsichtlich durchgängiger deklamatorisch artikulativer Prägnanz, hier und da besserem Austarieren des Instrumentalklangs und gelegentlich weniger „drängelnder“ Unruhe. Der schwungvolle, mitteilungsfreudige Auftritt kam hervorragend an.

OZ

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