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Segel setzen für Toleranz

Rostock Segel setzen für Toleranz

2018 will die Kunsthalle Rostock das „Ship of Tolerance“ zu Wasser lassen – gebaut von vielen Nordlichtern. Das Projekt des Künstlerpaares Ilya und Emilia Kabakov findet erstmals in Deutschland statt.

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So soll das fertige Schiff aussehen: „The Ship of Tolerance“ (hier umgesetzt 2016 in Zug in der Schweiz).

Quelle: Fotos: Jens Krauer

Rostock. Acht Länder, zwei international renommierte Künstler, mehr als 100 Quadratmeter Segelstoff, den es zu bemalen gilt und eine Vision, die nun auch in Rostock verwirklicht werden soll: „Ship of Tolerance“ heißt das Projekt des russischen Künstlerpaares Ilya und Emilia Kabakov, das die Kunsthalle gemeinsam mit der Hansestadt, dem Land und weiteren Partnern im kommenden Jahr umsetzen will. Die Idee: ein Schiff als Sinnbild für Toleranz, das Menschen verschiedener Kontinente, Kulturen und Identitäten verbindet. Daran soll auch in Rostock mit möglichst vielen Menschen und viel Herzblut gewerkelt werden.

OZ-Bild

2018 will die Kunsthalle Rostock das „Ship of Tolerance“ zu Wasser lassen – gebaut von vielen Nordlichtern. Das Projekt des Künstlerpaares Ilya und Emilia Kabakov findet erstmals in Deutschland statt.

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Seit Juli dieses Jahres laufen die Vorbereitungen in der Hansestadt, wo das Projekt nach sieben Ländern erstmals in Deutschland verwirklich wird. Gekoppelt ist dies mit einer Ausstellung der Künstler in der Kunsthalle Rostock. „Wir sind sehr glücklich, dass wir die ersten sind, die das Projekt in Deutschland umsetzen“, sagt Kunsthallenchef Uwe Neumann. „Auch dass es mit einer Ausstellung gekoppelt ist, gab es vorher noch nie.“

Dennoch: das Großprojekt neben dem laufenden Betrieb zu wuppen, sei „eine logistische Herausforderung“, so Neumann. „Wir sind froh, dass wir in der kurzen Zeit schon so viele Partner und Sponsoren gewinnen konnten“, freut sich Projektleiter Guntram Porath von der Kunsthalle, der die Kosten auf rund eine Viertelmillion Euro beziffert. Mit im Boot sitzen auch Stadt und Land – Schirmherrin ist Ministerpräsidentin Manuela Schwesig. Am MV-Tag (19. Mai) soll das zwanzig Meter lange Holzschiff erstmals offiziell im Ludewigbecken des Rostocker Stadthafens die Segel hissen. An denen wird zurzeit bereits fleißig gearbeitet: „Es gab bereits eine Pilotwoche mit 124 Schülern aus drei Schulen, die im Warnemünder Cruise Center 55 Segel bemalt haben“, sagt Museumspädagogin Stefanie Meyer.

„Für das Schiff brauchen wir mindestens 125 Segel, unser Ziel sind aber 800, passend zur 800-Jahr-Feier.“ Damit dieses Ziel erreicht wird, sucht die Kunsthalle noch Mitstreiter. „Das können Schulklassen, Vereine, Seniorengruppen oder Einzelpersonen sein“, sagt Meyer. „Jeder, der Lust hat, kann mitmachen.“ Das Material stellt die Kunsthalle, gemalt wird dort, in den Schulen oder auch bei den Partnern, unter anderem im Marmorsaal der Neptun-Schwimmhalle oder im Malsaal des Rostocker Volkstheaters. Anfang April nächsten Jahres sollen dann auf dem Gelände des Rostocker IGA-Parks die Arbeiten an dem zwanzig Meter langen und sechs Meter breiten Schiffskörper beginnen, der rund zehn Tonnen wiegen wird. Um das Projekt in allen Städten gleichermaßen umzusetzen, habe die Kunsthalle genaue Vorgaben von den Künstlern bekommen, zudem werde einer ihrer Mitarbeiter – ein Schiffbauer aus Manchester – den Bau des Rumpfes anleiten, an dem unter anderem Tischlerlehrlinge der IHK und wandernde Zimmergesellen mitbauen.

Montiert auf einem Ponton wird das Schiff von Mai bis Oktober nächsten Jahres auf der Warnow liegen und in die Veranstaltungen zur 800-Jahr-Feier der Stadt, den 38. Internationalen Hansetag und die Hanse Sail eingebunden. „Dort wird es sogar die Nummer eins tragen“, freut sich Porath.

Fahren kann es zwar nicht, aber der Innenraum, der rund 30 Menschen Platz bietet, soll für Veranstaltungen, Lesungen und Vorträge über Respekt und Toleranz genutzt werden, genauso, wie das Ponton, das als Bühne für Konzerte fungiert. „Wir hoffen“, so Neumann, „dass es ein lebendiger Ort der gelebten Toleranz wird.“

Mitmachen erwünscht

Wer bei dem Projekt „Ship of Tolerance“ mitmachen möchte, kann noch Teil des internationalen Teams werden: Interessierte, die Lust haben, ein Segel zu bemalen (egal ob Schulklassen, Gruppen, Vereine oder Einzelpersonen jeden Alters) sowie weitere Partner oder Sponsoren können sich in der Kunsthalle Rostock bei Museumspädagogin Stefanie Meyer unter ☎ 0381 / 381 70

14 oder per Mail: museumspaedagogik@rostock.de melden. Die nächsten Schülerworkshops finden vom 27. November bis 1. Dezember und vom 4. bis 8. Dezember im Marmorsaal der Neptun-Schwimmhalle statt (bitte anmelden). Weitere Infos zum Projekt unter: www.sot-rostock.de

Stefanie Büssing

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