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Seid ihr Nörgler, Styler oder Camper?

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Sommer ist Festivalzeit – eine Typologie der Besucher

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So feiern Besucher beim „Southside“-Festival in Neuhausen ob Eck (Baden-Württemberg).

Quelle: Felix Kästle/dpa

Scheeßel Am Wochenende strömen Zehntausende Musikfans im niedersächsischen Scheeßel zum „Hurricane“ und in Neuhausen ob Eck in Baden-Württemberg zum „Southside“.

Wer ist da so unterwegs?

Die Angeber waren schon überall: Auf dem „Melt!“, der „Fusion“ oder bei „Rock am Ring“. Sie zeigen das entweder mit reihenweise Festivalbändchen am Handgelenk oder nähen lauter bunte Aufnäher auf ihre Lederjacken.

Die Camper fahren nicht zum Festival, um Musik zu hören. Sie kommen fürs Drumherum. Sie grillen schon zum Frühstück. Und sitzen in ihren Anglerstühlen, wenn sie nicht gerade das allseits beliebte Trinkspiel Flunkyball spielen.

Die Dekadenten kamen früher mit dem Wohnmobil zum Festival und kaufen sich heute ein Ticket fürs Resort. Auf dem „Hurricane“ zum Beispiel, wo es eine „Ruhe-Insel im Festival-Wahnsinn“ mit beleuchteten Gehwegen, täglicher Müllabfuhr und Wlan gibt.

Die Nörgler meckern, wenn das Zelt nass und vor der Bühne eine Schlammpiste ist, die Dixie-Klos stinken und die Nachbarn zu laut sind oder die Ravioli in der Dose auf dem Gasbrenner nicht heiß werden. Fast alle anderen wünschen sich, sie wären nicht gekommen.

Die Schmutzigen springen im Matsch, schwitzen in der Sonne und bekleckern sich mit Bier. Sie verzichten dennoch drei Tage lang aufs Umziehen, Zähneputzen und Waschen.

Die Selbstversorger bringen vom Frühstück bis zum Abendbrot alles mit. Und das obwohl Festivals mittlerweile mit einem Essensangebot von Bio bis Fast Food und Supermärkten das reinste Konsumparadies sind.

Die Styler laufen in abgeschnittener Jeans, Gummistiefeln und mit Sonnenbrille übers Festival-Gelände. Längst gibt es in jedem Online-Shop „Festival Outfits“ zu kaufen. Und wer seins vergessen hat, kann in Läden auf den Festival-Geländen auf Shopping-Tour gehen.

Die wahren Festivalisten zeigen die Pommes-Gabel, brüllen einfach nur „Helga!“ und lachen immer noch über diesen alten Running Gag, pogen in der ersten Reihe und sind bei jeder ihrer Lieblingsbands am Start. Lena Klimkeit

OZ

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