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Hamburg Sexualität, Gewalt und Tod

Haus der Fotographie in den Deichtorhallen Hamburg: Provozierende Bilder von Menschen am Rande der Gesellschaft

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Eines der harmloseren Bilder von Ken Schles: „Drowned In Sorrow“ (Ertrunken in Sorgen, 1984).

Quelle: Fotos: Ken Schles, Jeffrey Silverthorne

Hamburg. „Bitte beachten Sie, dass in den Ausstellungen auch Darstellungen von nackten Körpern und Exponate mit verstörendem Inhalt gezeigt werden“, warnen die Hamburger Deichtorhallen die Besucher. Und weiter: „Ein Besuch der Ausstellung von Kindern und Jugendlichen ist bis zum Alter von 16 Jahren nur in Begleitung Erwachsener gestattet.“

OZ-Bild

Haus der Fotographie in den Deichtorhallen Hamburg: Provozierende Bilder von Menschen am Rande der Gesellschaft

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Das macht die Schau im Haus der Fotographie vermutlich nur noch spannender. Denn es geht um Sexualität, Gewalt und Tod. Die Arbeiten der amerikanischen Fotografen Ken Schles (*

1960) und Jeffrey Silverthorne (*1946) sowie des Deutschen Miron Zownir (*1943) enthalten provozierende Bilder von Menschen am Rande der Gesellschaft.

„Alle drei berühren gesellschaftliche Tabus, die wir meiden“, sagte Ingo Taubhorn, Kurator der Ausstellung. Und er verspricht in typischer Expertenrhetorik: „Mit der Kraft des radikalen Blicks wird die Wirklichkeit in unser Bewusstsein zurückkatapultiert und damit wieder Teil unserer Existenz.“ Die meisten der Bilder sind in New York entstanden: ein Paar, das Sex in einem dreckigen Hinterhof hat, Obdachlose, die auf der Straße zugrunde gehen, Schwule auf dem Straßenstrich.

Miron Zownir, als Sohn eines Ukrainers und einer Deutschen in Karlsruhe geboren, gehört zu den radikalsten Fotografen der Gegenwart. In den 1980er Jahren lebte er in New York und hielt das Nachtleben, die Punks und Transvestiten fest. In den 1990er Jahren reiste er häufiger nach Russland, wo er obdachlose Menschen auf den Straßen von Moskau fotografierte. „Dort sind Menschen auf der Straße verreckt, und niemand hat sich darum gekümmert“, sagte Zownir.

Jeffrey Silverthorne zeigt Prostituierte, die ihren Körper Freiern für fünf Dollar anbieten, und Aufnahmen aus Leichenschauhäusern, die hart an der Grenze des Zumutbaren sind. „Ich mache Bilder, um mich an meine Gefühle und Reaktionen zu erinnern“, sagt der Fotograf. Ken Schles steuert zwei Werkgruppen bei. „Invisible City“ und „Night Walk“, die er in den 1980er Jahren schuf. Zehn Jahre lang beobachtete er das vorbeirauschende Leben in seiner Nachbarschaft der Lower East Side. Auch er betrachtet seine Motive mit einem schonungslosen Blick.

Bis 7. August, Haus der Fotographie in den Deichtorhallen Hamburg

Von Michael Berger

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