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Shakespeares Welt in Bildern von Ronald Paris

Rostock Shakespeares Welt in Bildern von Ronald Paris

Kunstverein und Hochschule für Musik und Theater Rostock präsentieren Ausstellung des bekannten Malers.

Rostock. Viele dieser Werke stammen aus der ersten Hälfte der 1980er Jahre – aus jener Zeit, in welcher der heute bei Berlin lebende Maler Ronald Paris in Rostock gewirkt hat (1975 bis 1985). Die Hochschule für Musik und Theater zeigt jetzt (in Shakespeares 400. Todesjahr) 32 Bilder von Ronald Paris zu Stücken und Sonetten des Meisters: überwiegend Gouachen und zwei Bleistiftarbeiten, die einen ganzen Kosmos erstehen lassen.

Shakespeares Werke kräftig gekürzt und auf spezielle Punkte konzentriert: Hamlet mit Totenschädel in der Hand bei seinem berühmten Monolog; Richard III., ohne Pferd und mit der sichtbaren Absicht, sich ins Schwert zu stürzen. König Lear, dessen Töchter schrille Punkfrisuren tragen, tritt in vielen Bildern auf. Eine Richtstätte für Königsmorde ist ebenfalls dabei, und Kurtisanen kommen als kulturgeschichtliche Figuren vor – in Kombination mit einem Narren oder mit einer Amme.

Wie Gegenstücke dazu wirken einige Impressionen aus Irland, entstanden zwischen 2001 und 2007: Sie lassen eine besondere Faszination der unberührten Natur miterleben, zeigen aber auch Spuren menschlichen Wirkens.

Eine Ronald-Paris-Gesamtschau kann das nicht sein, aber der Shakespeare-Komplex passt gut in eine Musik-und-Theater-Hochschule. Zumal die expressiv-realistischen Bilder deutlich machen, wie gegenwärtig und auch als politisches Statement zu Macht-Fragen diese Auseinandersetzung mit Shakespeare geriet, in der der bald 83-jährige Maler mit seinem zu allen Zeiten sympathischen Eigensinn den Blick immer wieder auf die Leidtragenden und die Opfer von „Geschichte“ lenkte – und auf den (grell-bunt wirkenden) Verfall im Umfeld der Macht. Macht? Heute? Als Brücke zur Gegenwart druckt der Flyer einen Text von Volker Braun. „Lear ist nicht mein König; er ist ein Sinnbild, ein Bündel, ein gewisses Gebilde, das Macht hat ...“ heißt es darin. Und natürlich, so wissen wir, sind auch solche „Gebilde“ heute von Menschen gemacht. Ausstellung bis 13. August, HMT

Rostock, Beim St.-Katharinenstift 8

Dietrich Pätzold

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