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Bargteheide Sie kann auch anders

„Ferien“ von Bernadette Knoller läuft derzeit im Kino / Ihr Vater Detlev Buck spielt auch mit

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„Ein Mensch mit hoher Energie“: Detlev Buck

Bargteheide. Bargteheide. „Natürlich will man nicht tun, was der Vater macht“, sagt Bernadette Knoller. „Absolut nicht.“ Jetzt ist es anders gekommen, und das kann man sich auch im Kino ansehen. „Ferien“ heißt ihr erster großer Spielfilm, und ihr Vater Detlev Buck spielt auch mit.

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„Ferien“ von Bernadette Knoller läuft derzeit im Kino / Ihr Vater Detlev Buck spielt auch mit

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„Ferien“ ist ein Film übers Suchen und Finden, übers Weggehen und Ankommen. Es geht um Vivian, eine Frau um die 30, die Staatsanwältin werden und mit ihrem Freund zusammenziehen will oder lieber doch nicht und die sich dann auf einen verwinkelten Lauf zu sich selbst begibt. Es ist ein Film über die Generation Vielleicht. Aber es ist natürlich auch ein Film über jede Jugend und einer über sie selbst: Bernadette Knoller, 29 Jahre alt, diplomierte Regisseurin, zurzeit Auszubildende in Sachen Körperarbeit und Forschungsreisende in eigenen Angelegenheiten. Vorige Woche ist der Film gestartet. Er läuft in 16 Städten zwischen München und Bargteheide, und zwei Preise gab es auch schon.

Sie hat vor zehn Jahren in Bargteheide Abitur gemacht, auf dem Kopernikus-Gymnasium, das damals noch nicht so hieß. Dort gehen derzeit auch ihre beiden Schwestern zur Schule, 15 und 17 Jahre alt. Sie trägt den Namen ihrer Mutter, die Eltern sind nicht verheiratet. Aber sie ist immer noch ab und zu in Nienwohld, wo Detlev Buck den Hof seiner Eltern übernommen hat. Die Woche über ist er Filmemacher in Berlin, am Wochenende zu Hause auf dem Land bei der Familie.

Bernadette Knoller lebt in Potsdam. Dort hat sie auch an der Filmuniversität Babelsberg studiert. Dokumentarfilm fand sie anfangs interessant, dann ist es doch etwas anderes geworden. Und als sie im März ihr Diplom erhielt, hatte sie schon mit der Körperarbeit-Ausbildung begonnen. Drei Jahre dauert das, sie könnte sich anschließend selbstständig machen. Aber sie weiß noch nicht, was sie dann tun wird. Filme oder Körperarbeit, das liegt ja auch irgendwie dicht beieinander, wie überhaupt alles mit allem zusammenhängt.

„Ferien“ ist ihre Abschlussarbeit an der Hochschule. Sie hat das Drehbuch mit ihrer Kommilitonin Paula Cvjetkovic geschrieben. Gut zwei Jahre Arbeit stecken in dem Film, im vorigen Herbst war er fertig. Anfang dieses Jahres lief er beim Filmfestival in Saarbrücken erstmals im Kino. Es gab dort einen Preis fürs Drehbuch. Und auf einem Frauenfilmfestival in Seoul hat sie ihn auch schon vorgestellt, vor koreanischem Publikum und mit koreanischen Untertiteln.

Britta Hammelstein und Inga Busch spielen mit, die nicht nur aus diversen „Tatort“-Krimis bekannt sind. Auch Ferdinand von Schirach ist dabei, Jurist und vielgelesener Autor. Er kennt Bernadettes Vater, sie wohnen in Berlin in der gleichen Gegend. Sie fand ihn „spannend und interessant“, also hat sie ihn gefragt. Und jetzt spielt er Otto, einen verschrobenen Ladenbesitzer auf Borkum.

Alle Schauspieler waren ohne Gage dabei, trotzdem hat der Film mehr als 100000 Euro gekostet. Gefördert wurde er vom Land Brandenburg, dort vor allem und auf Borkum haben sie auch gedreht. Und Bernadette Knoller war immer klar, dass ihr Vater eine Rolle übernehmen würde. „Viele Sachen in den Dialogen sind inspiriert davon, wie er redet, und auch so’n bisschen von seiner Person“, sagt sie.

Er wollte anfangs nicht recht, sie hat ihn überredet. Und jetzt sitzt er auf den Plakaten in einer Badehose in der Sonne, und über seiner Filmtochter regnet sich eine Wolke aus, ein Vogel über Kopf inklusive.

Natürlich ist das so eine Sache, immer auf den Vater angesprochen zu werden. Aber man kommt ja nicht drum rum. Zumal jetzt, wo sie Kollegen sind und Ähnlichkeiten in der Arbeit beobachtet werden. Sie selbst findet schon, dass sie einen norddeutschen Zugang zu den Dingen haben und ein Faible für Leute, die suchen statt immer schon gefunden haben.

Und sie ist ganz zufrieden mit ihrem Film, „doch, ja“. Ein paar Dinge würde sie heute vielleicht anders machen, aber es ist okay. Am vorigen Wochenende hat sie ihn in Bargteheide vorgestellt. Ein paar alte Lehrer waren auch da, bekannte Gesichter, hinterher wurde diskutiert, „irgendwie ein schöner Abend“. Und am Drehbuch für den zweiten Film sitzt sie ebenfalls schon. Es ist aber alles noch am Anfang, wie überhaupt vieles noch am Anfang ist. „Ich kann nicht genau sagen, was ich noch machen werde in meinem Leben und was nicht“, sagt sie.

Regisseur und Schauspieler aus Nienwohld

Detlev Buck (53) stammt aus Nienwohld in Schleswig-Holstein. Er hat Landwirt gelernt und an der Film- und Fernsehakademie in Berlin studiert. Vorher schon feierte er mit „Erst die Arbeit und dann“ (1984) einen ersten Erfolg. Es gab weitere: „Karniggels“, „Wir können auch anders“, „Männerpension“, „Knallhart“. Zuletzt hat er eine Reihe von Kinderfilmen gedreht. Im August steht der Drehstart für den vierten Teil von „Bibi und Tina“ an. Im Januar soll „Gorillas“ in Angriff genommen werden, die Adaption einer Kurzgeschichte von Ferdinand von Schirach. Buck ist auch als Schauspieler erfolgreich.

„Papa liebt das Arbeiten“ , sagt seine Tochter. „Er ist ein Mensch mit hoher Energie – Überschuss auch manchmal.“ Im Film „Ferien“ spielt Detlev Buck den über den Sinn des Lebens grübelnden Vater der Hauptdarstellerin Vivi.

Peter Intelmann

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